Altöttinger Liebfrauenbote

Vierte Altöttinger Fastenpredigt mit Abt Markus Eller OSB

„Dahoam is dahoam“

In seiner Fastenpredigt am Donnerstag, 14. März, in der Pfarrkirche St. Josef, Altötting-Süd, hat es Abt Markus Eller (46) aus Kloster Scheyern auf kurzweilige und doch nachdenklich stimmende Art und Weise verstanden, das bayerische „Wir-Gefühl“ zu verbinden mit der Heimat, die wir alle in Jesus Christus finden können.

Abt Markus Eller während der Predigt in Altötting.
Abt Markus Eller während der Predigt in Altötting.

„Dahoam is dahoam.“ Das waren die ersten Worte des jungen Benediktinerabtes aus Scheyern in seiner Predigt. Mit dieser Sendereihe des Bayerischen Fernsehens habe er sich einmal nach einer Anfrage um eine Dreherlaubnis auf dem Klosterareal beschäftigen müssen. Dabei habe er festgestellt, dass es sich in den bislang über 1.000 Folgen um „lauter Themen des Alltags“ handele. Die Sehnsucht der Menschen nach einem Daheim, einem „Dahoam“ sei wohl auch das Erfolgsgeheimnis der Sendung. Ein Dahoam sei aber mehr als eine Orts- oder Adressangabe, so Abt Markus: „Dahoam ist gelingendes und gelungenes Leben.“ Und da gehören für den Benediktinermönch Glaube und Heimat – „für uns hier in Bayern“ – zusammen.

Doch, so warnte der Prediger, wäre es nicht ehrlich zu verschweigen, dass Glaube auch zur Fassade und zu Folklore verkommen könne. „Gehört Glaube nur noch zum Ortsbild, oder ist Glaube auch ein Lebensbild, ein Leitbild?“, richtete sich Abt Markus an die Gläubigen. „Heimat“, dieser Begriff habe die Weltkirche in den vergangenen Tagen in besonderer Weise beschäftigt: woher werde er kommen, der neue Papst? Nun wisse man, es sei Argentinien. „Eine ganz andere Welt, aber auch dort sind Menschen dahoam“. Doch es werde auch noch nach einer anderen Heimat des neuen Papstes gefragt, nach seinen Standpunkten, nach seiner theologischen Heimat. Mit der Wahl seines Namens habe er das schon deutlich gemacht: Franziskus. Noch nie habe ein Papst diesen Namen gewählt.

„Gebote sind Angebote des Glaubens“

Fastenpredigt mit Abt Marlkus Eller in der Kirche St. Josef, Altötting Süd – rechts Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl.

„Franziskus wollte bei Jesus ganz daheim sein“, so Abt Markus. Und das mache ihn bis heute so faszinierend, „auch für einen Benediktiner“. Im Johannesevangelium vom Weinstock und den Reben habe man soeben gehört, dass Jesus immer wieder vom Bleiben spricht und zum Bleiben auffordere: „Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Bleibt in meiner Liebe.“

Bei Jesus könne man durchaus „dahoam“ sein, so der Abt weiter, mit dem Denken, mit dem Reden, mit dem Tun – „ja mit seinem ganzen Leben“. Um ganz bei Jesus zu bleiben, sei es aber wichtig seine Gebote zu halten: „Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben.“ (Joh 15,10) Dabei würden Gebote heute meist als Verbote wahrgenommen. Doch im christlichen Glauben sei es genau umgekehrt, so Abt Markus: „Gebote sind Angebote des Glaubens“. Wer sie aus freiem Entschluss wähle, erhalte die Fülle des Lebens in Christus. Und immer gebe es in unserem Glauben Menschen, die uns halten und aufrichten könnten, wenn wir zu fallen dachten – etwa bei der Frage nach dem „Warum“, wenn ein geliebter Mensch viel zu früh gehen müsse.

„Jesus lässt uns nicht hängen, sondern wir dürfen bei ihm bleiben, egal was ist“, versicherte Abt Markus zum Ende seiner Predigt. Und auch wenn wir unsere Heimat auf der Erde nicht von Dauer hätten, so bräuchten wir keine Angst zu haben. Denn wenn unser irdisches Zelt abgebrochen werde, dann „haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel“.

Mit seinen Schlussworten fasste Abt Markus die Botschaft seiner Predigt nochmals ebenso bildhaft und eindringlich wie humorvoll zusammen: „Geheimnis des Glaubens: Dahoam is dahoam.“ Schade, dass nicht mehr Menschen an diesem Abend nach St. Josef in Altötting-Süd hinausgefunden hatten, um diese Botschaft zu hören.

Text und Fotos: Wolfgang Terhörst