Altöttinger Liebfrauenbote
Am Verkündigungs-Seitenaltar in der St. Michaels-Basilika in Mondsee steht nun eine Kopie des Altöttinger Gnadenbildes.
Am Verkündigungs-Seitenaltar in der St. Michaels-Basilika in Mondsee steht nun eine Kopie des Altöttinger Gnadenbildes.

Altöttinger Pfarrwallfahrt nach Mattsee und Mondsee – Höhepunkt feierliche Installation einer Gnadenbild-Kopie

Maria – grenzenlos Liebende

Die enge geschichtliche Beziehung zu Oberösterreich, in Bayernherzog Tassilo und König Karlmann begründet, führte die 47. Altöttinger Pilgerfahrt am Sonntag, 3. März, ins Nachbarland nach Mattsee und Mondsee. Unter der geistlichen Leitung von Stadtpfarrer und Stiftspropst Prälat Günther Mandl und in bewährter Qualität organisiert vom Wallfahrts- und Verkehrsbüro Altötting vertieften die Pilger geschichtliche Wurzeln und belebten freundschaftliche Bande.

Stiftsdekan Wolfgang Renoldner (von links), Bürgermeister Herbert Hofauer, Administrator Ludwig Limbrunner (mit Gnadenbildkopie), Stadtpfarrer Günther Mandl und Pfarrer Ernst Wageneder beim Einzug in Mondsee.
Stiftsdekan Wolfgang Renoldner (von links), Bürgermeister Herbert Hofauer, Administrator Ludwig Limbrunner (mit Gnadenbildkopie), Stadtpfarrer Günther Mandl und Pfarrer Ernst Wageneder beim Einzug in Mondsee.

Traumkulisse am Wallfahrtsziel: Die Sonne strahlte vom blauen Himmel, Böller-Salven hallten durch die Luft, Goldhauben-Frauen in der schönen, oberösterreichischen Tracht waren da, ebenso eine stattliche Zahl Fahnenabordnungen. Die hiesige Musikkapelle spielte schneidig auf. Die Hauptdelegation der Fußpilger-Gruppe mit Sepp Eichriedler an vorderster Front, Pfarrer Mag. Dr. Ernst Wageneder mit kirchlichem Dienst, die weltlichen Würdenträger – kurzum, ganz Mondsee schien auf den Beinen, um vor den Toren der Stadt die 350 Altöttinger Pfarrwallfahrts-Teilnehmer auf ihrer zweiten Station an diesem Sonntag herzlich willkommen zu heißen.

Die Festtagsstimmung war nicht ohne Grund, hatten doch die Buspilger aus dem Herzen Bayerns ihrerseits eine „wertvolle Fracht mit an Bord“: eine originalgetreue, kunstvoll in Tirol gefertigte Kopie des Altöttinger Gnadenbildes. Feierlich wurde die Figur der Gottesmutter zur St. Michaels-Basilika geleitet, deren Glocken zum Gruße läuteten. Ebenso feierlich wurde die Gnadenbild-Kopie am Ende der Marienandacht am rechten Seitenaltar der Basilika installiert.

"Maria ist zu allen Zeiten präsent"

In Mondsee empfingen Böllerschützen die Altöttinger Pilger.
In Mondsee empfingen Böllerschützen die Altöttinger Pilger.

„Wir haben uns, angeführt vom Wallfahrts-Organisator Herbert Bauer nach Mondsee aufgemacht“, rief Altöttings Administrator und Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner den Gläubigen zu. Wallfahrten kenne keine Grenzen. Mit Bezug auf die Rücktrittsankündigung Papst Benedikt XVI. am 11. Februar stellte Prälat Limbrunner augenzwinkernd die Frage: „Was, wenn Maria aufhört?“ Doch beschwichtigend und mit Inbrunst der Überzeugung gab Altöttings Administrator, der „Hausmeister Unserer Lieben Frau“, die Entwarnung: „Maria hört niemals auf, sie ist zu allen Zeiten präsent!“ Die mitgebrachte Gnadenbild-Kopie, am Original berührt, solle in uns eine zwar unsichtbare, aber spürbare Beziehung, eine liebende Beziehung herstellen und festigen – wie sie uns die gütige, Milde ausstrahlende Darstellung der Gottesmutter mit ihrem göttlichen Sohn offenbare.

Prälat Limbrunner schloss seine Predigt mit den Worten des Heiligen Vaters, Papst Benedikt XVI. nach dessen Pontifikatsende: „Ich bin nur ein einfacher Pilger, der sich auf die letzte Etappe seiner Pilgerreise auf Erden besinnt.“

Der Administrator lieferte zur Erheiterung der anwesenden Gläubigen zur Gnadenbildkopie auch gleich noch eine Schnittmusterzeichnung für ein „Gnadenröckl“ mit: „Das müsst’s dann schon selber fertigen lassen!“ Die Gnadenbildkopie selbst hatten gemeinsam der Pfarrverband Altötting, die Bischöfliche Administration und die Stadt Altötting gestiftet.

Umkehr und Reue

Gottesdienst in Mattsee.
Gottesdienst in Mattsee.

Festlich war die Feier des Pilgergottesdienstes am Vormittag in der Stiftskirche St. Michael von Mattsee, dank der hervorragenden musikalischen Gestaltung des Altöttinger Pfarrchors und Instrumentenensembles von St. Philippus und Jakobus unter Leitung von Dr. Franz Köppl. Der Mattseer Stiftspropst Pfr. Franz Lusak, der mit Altöttings Stadtpfarrer und Stiftspropst Prälat Günter Mandl (Hauptzelebrant und Prediger), sowie den Geistlichen aus der bayerischen Wallfahrtsstadt, Administrator Prälat Ludwig Limbrunner, Kaplan Dominik Flür, Stiftsdekan Wolfgang Renoldner sowie Pfr. i.R. Franz Hecker den Gottesdienst konzelebrierte, zeigte sich über den musikalischen Hochgenuss begeistert. Gleichzeitig entschuldigte er sich für den eingerüsteten Chorraum der St. Michaels-Stiftskirche. Dringend notwendige Restaurierungsarbeiten hätten keine Verschiebung zugelassen. Doch, so Lusak, könne man die kirchliche Reinigung auf die Fastenzeit übertragen: innerlich gereinigt durch die hl. Beichte könne man mit geläutertem Herzen Ostern feiern.

Altöttings Stadtpfarrer Günther Mandl wählte das Sonntags-Evangelium vom 3. März zum Predigtthema: Christus, als guter Hirte und Gutsverwalter, gebe allen Menschen guten Willens die Chance, „auch als unfruchtbare Feigenbäume zu wurzeln, auszutreiben und gute Früchte zu bringen“. Übertragen auf die Fastenzeit, eine Zeit der göttlichen Gnade, bedeuteten Umkehr und Reue eine Chance auf Erneuerung unseres christlichen Glaubens. Die Empfehlung Mandls: Als fruchtbare Feigenbäume unsere Talente, die uns Gott geschenkt habe, neu entdecken.

Abschied und Dank

Prälat Mandl bedankt sich bei Herbert Bauer für 25 Jahre Organisation der Pfarrwallfahrten.
Prälat Mandl bedankt sich bei Herbert Bauer für 25 Jahre Organisation der Pfarrwallfahrten.

Ehre wem Ehre gebührt: Stadtpfarrer und Stiftspropst Prälat Günther Mandl bedankte sich am Schluss der Marienandacht in Mondsee mit herzlichen Worten und einem Geschenk bei Herbert Bauer, dem „weltlichen Leiter“ der Pfarrwallfahrt für dessen 25-jährige, immer perfekte Organisation. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge war es für Herbert Bauer auch ein persönlicher Abschied: Die diesjährige Altöttinger Pfarrwallfahrt war für den scheidenden Leiter des Altöttinger Wallfahrts- und Verkehrsbüros zugleich auch die letzte von ihm federführend organisierte – und wie alle Wallfahrtsteilnehmer bestätigten, eine der schönsten! Zu danken sei an dieser Stelle besonders auch den vielen Helfershelfern vom Roten Kreuz und natürlich auch der Musikkapelle Altötting, die in bewährter Weise beim Einzug in Mattsee den Pilgern das musikalische Geleit gab, wie auch den Fahnenabordnungen der hiesigen, kirchlichen und örtlichen Vereine, sowie Sr. Avita Bichlmaier, die in einem der sieben Busse als fleißigste Vorbeterin fungierte.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Bildergalerie

(Zum Vergrößern auf ein Bild klicken!)

Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner mit der Kopie des Gnadenbildes.
Mit den Fahnenabordnungen gerieten die Einzüge der Altöttinger Pilger nach Mattsee...
...und Mondsee sehr festlich.
Prälat Limbrunner reicht die Gnadenbildkopie einem kleinen Kind zur Berührung.
Einzug in Mondsee mit Fahnenabordnungen und Musikkapelle.
Das Organisations-Team der Pilgerfahrt.