Altöttinger Liebfrauenbote

Sr. Chiara Hoheneder ist neue Provinzoberin der Schwestern vom Heiligen Kreuz

Glaubwürdig Zeugnis geben

Seit 50 Jahren gehört sie der Schwesterngemeinschaft vom Heiligen Kreuz (Menzinger Schwestern) an, seit sechs Wochen – genau: seit dem 1. Mai 2013 – ist sie Provinzoberin in Deutschland mit Sitz in Altötting: Schwester Chiara Hoheneder.

Sr. Chiara vor dem Provinzhaus Hl. Kreuz, Altötting.
Sr. Chiara vor dem Provinzhaus Hl. Kreuz, Altötting.

Der Bayerische Wald ist für Sr. Chiara Heimat ("liebe ich sehr"), in Kropfmühl, Pfarrverband Hauzenberg ist sie vor 67 Jahren zur Welt gekommen und aufgewachsen. Mit 14 Jahren kam Sr. Chiara mit den Heilig-Kreuz-Schwestern erstmals in Berührung, während der Hauswirtschaftslehre in der Gemeinschaft Büchlberg. Nach drei Jahren ist sie dann eingetreten, hat 1970 die Profess und 1976 die ewige Profess abgelegt. "Eigentlich wollte ich ja in die Mission", verrät Sr. Chiara – und ergänzt humorvoll: "Dann ist es Mission in der Oberpfalz geworden". Sie wurde dort nämlich an einer Hauswirtschaftsschule der Schwesterngemeinschaft nach einem Studium in München Fachlehrerin für Hauswirtschaft, Textilarbeit und Werken – und blieb es für 21 Jahre. "Meine schönste Zeit", sagt Sr. Chiara freimütig. Die vergangenen 15 Jahre arbeitete sie dann an der Diözesanstelle für geistliche Berufe und Dienste in Passau. Berufsbegleitend hat Sr. Chiara zudem eine Ausbildung als Exerzitien- und Mediationsleiterin gemacht.

Mediation kann sie in ihrer neuen Aufgabe als Provinzoberin, zuständig für neun Niederlassungen, sicher gut gebrauchen. So nennt Sr. Chiara auch die Stärkung eines geschwisterlichen Gemeinschaftslebens als eine ihrer wichtigsten internen Aufgaben. Sie will dass die Würde und Eigenständigkeit jeder Schwester geachtet sowie den betagten und kranken Mitschwestern eine besondere Aufmerksamkeit zuteil wird. Nach außen gehe es darum das Ordensleben so zu leben, "dass wir Zeugnis geben" – denn: "Ein grantiges Gesicht gibt keine Hoffnung!" Auch Deutschland sei inzwischen Missionsland. "Wir müssen hier mit unserem Sein und unserem Leben evangelisieren", so Sr. Chiara. Glaubwürdig sei das nur mit echter Hinwendung zu den Menschen, innerhalb der Gemeinschaft wie außerhalb. Die neue Provinzoberin geht durch ihre Art mit gutem Beispiel voran, man spürt bei ihr stets die Liebe zu den Menschen. Ihre größte Not ist wie in den meisten anderen Orden auch der fehlende Nachwuchs. "Aber wir geben die Hoffnung nicht auf", sagt die neue Provinzoberin abschließend sehr bestimmt. Es lohnt sich, die Heilig-Kreuz-Schwestern einmal zu besuchen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Text: Wolfgang Terhörst, Foto: Roswitha Dorfner