Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Das "Jahrhunderthochwasser" beeinflusste auch die Wallfahrt nach Altötting – Pilger aus Landau mussten ein paar Umwege auf sich nehmen, vor allem aber wurde viel für die Opfer der Flut gebetet. Lesen Sie hier etwas über Pilgergruppen, die Anfang Juni nach Altötting kamen...

Auf Umwegen zum Ziel – Fußpilger aus Landau

Der langanhaltende Regen Anfang Juni, der katastrophale Überschwemmungen im Alpenvorland, in Niederbayern (mit Schwerpunkten in Passau und Raum Deggendorf-Straubing) zur Folge hatte, stellte auch die Fußpilger letztes Wochenende auf ihrem Weg nach Altötting vor Probleme: Durch den aufgeweichten Boden kam es zu zahlreichen Erdrutschen und unbegehbaren Fußwegen. So mussten die 180 Wallfahrer aus Landau/St. Maria, die am frühen Samstagmorgen, 8. Juni, von Geratskirchen aus zu Fuß nach Altötting pilgerten, einen Umweg über Winhöring in Kauf nehmen, da die übliche Route, die über Holzen/Burg führt, gesperrt war. Das gemeinsame Gebet unterwegs, mit dem Ziel das Heiligtum der Gottesmutter Maria vor Augen, stärke im gemeinsamen Glauben; Hoffnung und Liebe seien gleichzeitig eine Gebetsbrücke und seelische Unterstützung für die Menschen in den Überschwemmungsgebieten, die großes Leid und Sorgen zu tragen hätten, betonte Kapuzinerpater Ludwig Wörle, der die Landauer nach dem Einzug in die Stiftspfarrkirche herzlich Willkommen hieß. Doch damit allein sei es natürlich nicht getan, diese Menschen benötigten auch unserer Hände Arbeit und großherzige finanzielle Unterstützung, "damit sie wieder auf die Beine kommen". Als "einen Teil pilgernder Kirche" begrüßte dann eingangs des Gottesdienstes der Landauer Stadtpfarrer Christian Kriegbaum die Fußwallfahrer und ein besonders herzlicher Gruß galt den 45 Wallfahrtsteilnehmern, die in einer Nachtwallfahrt (seit Freitag, 7. Juni, 17.30 Uhr) den ganzen Weg von Landau her marschiert waren.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Viele Reisnägel im Kreuz – Fußpilger aus Schönberg

"Es geht einem nicht aus dem Kopf", erzählte BGR Pfarrer Michael Bauer, der auch die 9. Fußwallfahrt aus Schönberg/Bayerischen Wald von Perach aus am Samstag, 8. Juni, als geistlicher Betreuer begleitete. Dieses Elend und Leid nach dem verheerenden Hochwasser vor allem im Deggendorfer Raum sei unvorstellbar, erzählte Pfr. Bauer. Er weiß von was er spricht: auch seine Familienangehörigen leben dort, wie er berichtete. Mit Hochwasser hätten sie immer Mal zu kämpfen gehabt, meist stand das Wasser knietief im Haus. Aber was sich nun abspiele, das sei nicht mit Worten zu beschreiben. Am Gnadenort wurden die Schönberger um 17.45 Uhr von den Altöttinger Kirchenglocken hereingeläutet. Voraus trugen sie wieder das große Pilgerkreuz mit den Reisnägeln, das die Bitten und Nöte der Wallfahrtsteilnehmer symbolisiert. Dieses Jahr waren es um einige Reisnägel mehr. Kapuzinerpater Bruder Berthold Oehler verwies bei der Pilgerbegrüßung vor der Gnadenkapelle auch auf das aus Thujen und Blumen geformte Herz am Kreuz. Vertrauensvoll legten die Schönberger ihre Sorgen und Anliegen in das liebende, mütterliche Herz Mariens, verbunden mit dem Gottessohn am Kreuz.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Abt Johannes pilgert mit – Wallfahrer aus Michaelbeuern

An zwei Tagen (7. und 8. Juni) pilgerten die 35 Fußwallfahrer aus Michaelbeuern im Salzburger Land. Dass es viele Gründe im Leben gebe zu danken, darauf verwies Abt Mag. Johannes Perkmann von der Benediktinerabtei Michaelbeuern bei der Pilgermesse am Samstagmittag in der Gnadenkapelle. Im Gebet wurde vor allem an die verzweifelten Menschen der Überschwemmungsgebiete gedacht. Zum elften Mal hat Pilgerleiter Hermann Wallmann heuer die Altötting-Wallfahrt organisiert.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Bild der Kirche – Pilger aus Mühldorf/Inn

Wallfahrer wollten nicht nur andere Orte kennenlernen, mal was anderes erleben, sie gingen aus Glaubensgründen auf die Straße, stellte Kapuzinerpater Rigobert Buchschachner fest, als er die Fußpilger aus Mühldorf/Inn am Samstagmorgen, 8. Juni im Kirchenzelt neben der St. Anna-Basilika begrüßte. Wallfahrten seien ein Bild der Kirche! Dies verdeutlicht auch der langjährige Wallfahrtsteilnehmer und unser treuer Botenleser Konrad Kirchisner (hochformatiges Bild).
Text und Fotos: Roswitha Dorfner