Altöttinger Liebfrauenbote

Das Altöttinger Franziskushaus und seine "Franziskushäuschen"

Modell(e) in aller Welt

Bunt sind sie am Schluss alle, aus Holz gefertigt und in Längsbauweise geschnitten. Doch dann ist auch schon Schluss mit der Einheitlichkeit. Denn jedes Holzhaus wird individuell von Kindern und Jugendlichen der Wohn- und Hortgruppen bemalt und verziert. Die Rede ist von den "Franziskushäuschen". Modelle, gefertigt aus Fichtenholz, die Johannes Erbertseder, Gesamtleiter des Altöttinger Franziskushauses, an hochrangige Gäste aus der Kirche und der Welt als besondere Erinnerung an deren Besuch verschenkt.

Maximiliane beim Bemalen eines "Franziskushäuschens".
Maximiliane beim Bemalen eines "Franziskushäuschens".

"Bischof Wilhelm Schraml hat eins, Altbischof Dr. Franz Xaver Eder und Domdekan Dr. Michael Bär haben auch eins, Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert hat ein Häuschen bei seinem Besuch bekommen, der stellvertretende Botschafter aus Uganda, Julius Kivuna, hat das Franziskushäuschen erhalten genauso wie der jetzige Vorsitzende der von Papst Franziskus eingesetzten Kommission, Kardinal Oscar Andres Rodriguez Maradiaga aus Honduras", zählt Erbertseder nicht ohne Stolz auf.

Mitinitiator dieser Idee vor vier Jahren war Günther Reithmeier aus Burghausen, Mitglied im Pfarrgemeinderat St. Konrad. In einer eigens gegründeten Partnerschaft "FranzisKO" zwischen der Pfarrei und der Kinder- und Jugendeinrichtung engagiert sich Günther Reithmeier schon seit Längerem für das Franziskushaus, einem Haus der Stiftung Seraphisches Liebeswerk mit Sitz in Altötting. "Ich finde es enorm wichtig, dass man sich um die Kinder kümmert, die kein gut behütetes Elternhaus haben oder hatten. Man kann gar nicht früh genug anfangen, Kinder wieder auf die richtige Bahn zu bringen", begründet Reithmeier sein Engagement. Er ist es auch, der die Holzmodelle für die Franziskushäuschen in Eigenregie aussägt, in Handarbeit schleift und in die Einrichtung liefert. So um die 500 Stück, schätzt Reithmeier, habe er schon angefertigt.

Offen für Menschen von nah und fern

Johannes Erbertseder übergibt Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga aus Honduras ein "Franziskushäuschen".
Johannes Erbertseder (l.) übergibt Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga aus Honduras ein "Franziskushäuschen".

"Teilweise geben wir die Franziskushäuschen gegen eine kleine Spende ab, teilweise verschenken wir sie an Gäste unseres Hauses" erklärt Gesamtleiter Erbertseder. So stehen diese Häuschen mittlerweile auf Schreibtischen oder in Vitrinen in aller Welt. "Ein schönes Zeichen", so Erbertseder, "breitet sich im Zeichen des Hauses doch auch der Gedanke der einen Kirche als Gemeinschaft immer mehr aus. Gemäß den Worten des hl. Franz von Assisi, "alle Gebilde der Schöpfung sind Kinder des einen Vaters und daher Brüder", leben die rund 180 Kinder und Jugendlichen des Franziskushauses das Miteinander. Ein buntes Haus also, das offen ist für Menschen von nah und fern und Gastfreundschaft ganz groß schreibt.

Text: red, Fotos: Seraphisches Liebeswerk