Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

"Pfingststurm" in Altötting: Viele Wallfahrer pilgerten traditionell am Pfingstwochenende zur Gnadenmutter ins "Herzen Bayerns"; rund 30.000 Wallfahrer dürften es an dem verlängerten Wochenende gewesen sein. – Eine kleine Auswahl der zahlreichen Pfingstwallfahrergruppen:

Doppel-Überraschung – 750 Fußpilger aus Riedenburg

Nachdem am Pfingstsamstag, 18. Mai, um 6.30 Uhr die Altöttinger Kirchenglocken von der Ankunft der Eichendorfer kündeten, begannen sie bereits eine halbe Stunde später erneut zu läuten. 750 Fußpilger aus Riedenburg hatten ihr Ziel erreicht und umrundeten dreimal die Gnadenkapelle. "O Maria, glorreiche Mutter unseres Herrn, ... hier am Heiligtum vor deinem heiligen Bild will ich dich recht andächtig verehren...!", kniend, in alter Tradition, sprach Pilgerleiter Hans Schlagbauer das altehrwürdige Gebet. Herzlich bedankte sich Kapuzinerpater Br. Georg Greimel für das Glaubenszeugnis. Für doppelte Überraschung sorgte dann Pilgerleiter Hans Schlagbauer nach dem Gottesdienst im Kirchenzelt: Dass die Spendenbereitschaft der Riedenburger Fußpilger für die St. Anna-Basilika-Renovierung sehr hoch ist, das hat sich bereits letztes Jahr gezeigt: 5.770 Euro wurden gestiftet, heuer sogar 6.000 Euro. Überwältigt nahm Br. Georg Greimel die großherzige Spende in Empfang und versprach das Geld für die Renovierung des "Hochaltar-Tabernakelaufbaus" zu verwenden. Doch das war nicht die einzige Überraschung. Der neue Oberhirte der Diözese Regensburg, Bischof Rudolf Voderholzer, ließ es sich nicht nehmen, auch den Riedenburger Pilgern ein herzliches Grüß Gott und Vergelt's Gott zu sagen und spendete den Pilgersegen.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Schutz vor Unwetter – 950 Fußpilger aus Deggendorf

Gerade noch Glück gehabt hätten die 950 Fußpilger aus Deggendorf und Umgebung, als sie sich am Freitag, 17. Mai zur 382. Fußwallfahrt auf den Weg machten, erzählten Pilgerleiter Manfred Bachmeier und die Mitorganisatoren Florian und Peter Stallinger dankbar nach der Ankunft am Samstag, 18. Mai auf dem Kapellplatz. Gerade noch rechtzeitig, bevor das Gewitter herannahte und ein 20-minütiger Starkregen herabprasselte, konnten die Deggendorfer in einer großen Halle Schutz suchen. Als man schon überlegte, wie man den Pilgerweg weiter fortsetzen könne, lichtete sich der Himmel und man erreichte glücklich die Übernachtungsstation Eggenfelden. Von hier aus ging's dann am 18. Mai "trockenen Fußes" dem Pilgerziel entgegen. Wallfahrten bedeute aufbrechen, nicht nur körperlich, sondern auch mit Herz und Seele! Wichtig dabei, so Kapuzinerpater Rigobert Buchschachner bei der Pilgerbegrüßung in der Stiftspfarrkirche, stehe ein Innehalten und zu sich selber finden! Der Glaube sei es wert, auf die Straße zu gehen und sein Kreuz mit sich zu tragen. Diese Erfahrung begleite uns bis zum Ende unserer Pilgerschaft auf Erden um nach Hause zu kommen. "Die Gottesmutter Maria trägt dieses Kreuz mit, sie ist mitten unter Euch!"
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

 

Wie Beziehungen gelingen – 30 Jahre Pförringer Fußwallfahrt nach Altötting

Nachdem die Pförringer Gruppe der großen Legio-Mariae-Wallfahrt am Pfingstmontag mittags schwungvoll von "Papstpilot" Martin Ott und seiner Band nach St. Josef in Altötting-Süd einbegleitet worden war, wurde ihr gleich zweifach eine besondere Begrüßung zuteil: Erster Bürgermeister Herbert Hofauer ließ es sich nicht nehmen, die mehr als 300 Fußpilger zum 30-jährigen Jubiläum willkommen zu heißen. Und das, obwohl doch der Altöttinger Bürgermeister am Pfingstmontag auf den Kapellplatz gehöre, so Hofauer humorvoll. Er freue sich über die Kameradschaft und Freundschaft, die sich über viele Jahre hinweg sowohl persönlich als auch zum Gnadenort entwickelt habe. Stellvertretend überreichte er dann den Organisatoren und Mitbegründern der Pförringer Fußwallfahrt, Johann Schmidt und Martin Ott je einen Altötting-Bildband.
Den zweiten besonderen Gruß ließ Regensburgs neuer Bischof Rudolf Voderholzer von Pilgerpfarrer Thomas Vogl zur Freude der Wallfahrer verlesen. Er sei in Gedanken bei ihnen, so der Bischof, und wolle vom Englmari-Suchen in St. Englmar – wo er sich gerade aufhalte – im Gebet eine Brücke schlagen nach Altötting.
"Wer glaubt ist nie allein", so lautete im Jubiläumsjahr das Motto der Pförringer Wallfahrtsgruppe. Es sei eine menschliche Grund- und Urerfahrung auf Gemeinschaft angewiesen zu sein, nahm Pfr. Vogl in seiner Predigt den Faden in seiner gewohnt humorvollen und lebensnahen Art auf. Manchmal jedoch mache man sich das Leben auch gegenseitig schwer und man denke so bei sich: Hat sich Gott das wirklich gut überlegt mit uns? Meistens aber habe es in einer Katastrophe geendet, wenn die Menschen meinten sie könnten insbesondere ohne die Beziehung zu Gott auskommen, so Vogl – und weiter: "Doch Gott hat uns mit seinem Sohn ein Modell an die Hand gegeben, wie Beziehung gelingen kann!" Beziehung auch und gerade zu Gott. Und wenn wir einmal zweifelten, ja verzweifelten an unserem Glauben, so führe uns Maria stets wieder zurück zu Gott. Das habe man in den vergangenen zwei Tagen auf den gut 135 Kilometern Pilgerweg besonders spüren können. Denn, schloss Vogl, "auch Wallfahrt heißt 'Wer glaubt ist nie allein'".
Text: Wofgang Terhörst, Fotos: Roswitha Dorfner 5, Wofgang Terhörst 1

Sichtbare Spuren – 700 Fußpilger aus Straubing

Dem Gewitter mit Starkregen beim Abmarsch am Freitag, 17. Mai, in Straubing war es zu "verdanken", dass heuer gleich 100 Wallfahrtsteilnehmer weniger den 80 km langen Pilgergang nach Altötting auf sich nahmen, war sich Pilgerleiter Sepp Drescher sicher. Nichtsdestotrotz umrundeten am frühen Pfingstsonntagmorgen, 19. Mai, 700 Fußpilger aus Straubing und Umgebung das Heiligtum Unserer Lieben Frau, eingespielt von der Musikkapelle Altötting und einbegleitet vom Wallfahrtskustos Kapuzinerpater Br. Andreas Kaiser. Gemeinsam könne man vieles schaffen, wie die Glaubensgemeinschaft der Straubinger Fußpilger beweise, freute sich der Wallfahrtskustos über das volle Kirchenzelt. Da verschmerze man auch leichter die eine oder andere Blase an den Füßen. Wie schon Papst Benedikt XVI. uns bestärkte: "Wer glaubt, ist nie allein!" Die Bläserfreunde Rain gestalteten den festlichen Pilgergottesdienst mit Zelebrant und Prediger Pfr. i. R. Paul Urlberger aus Regensburg. Dieser empfahl den Pilgern, gerade auf einer Wallfahrt die Zeit zu nutzen, über das eigene Leben nachzudenken. Zu hinterfragen sei, welche sichtbaren Spuren man dabei hinterlasse. Empfehlung des Predigers: Der Versuch, Menschen auf Jesus hin positiv zu verändern! Denn auch die Geschichte Jesu zeige viele Spuren der Veränderung, Spuren die unser Leben aufbauen und positiv verändern!
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Schlusslicht – 250 Fußpilger aus Oberhausen

Ein Pestgelübde aus dem Jahr 1713 zeugt von der uralten Tradition der Fußwallfahrt aus Oberhausen/Diözese Regensburg. Alljährlich am Pfingstmontag, so auch heuer am 20. Mai, erfüllten die Fußpilger dieses 300-jährige Versprechen. Als letzte Fußpilgergruppe, quasi das "Schlusslicht" der zahlreichen Wallfahrtsteilnehmer an den drei Pfingsttagen, wurden die 250 Oberhauser (und Teilnehmer umliegender Orte) mit Pilgerleiter und Wallfahrtsorganisator Anton Schachtner an der Herrenmühlstraße von Kapuzinerpater Ludwig Wörle herzlich Willkommen geheißen und zur Stiftspfarrkirche geleitet. Als Eingangslied stimmten sie beim Pilgergottesdienst "Der Geist des Herrn erfüllt das All..." an und auch P. Ludwig Wörle wünschte den Wallfahrtsteilnehmern, dass wir Christen, die ganze Kirche, die manchmal "von allen guten Geistern verlassen scheine", Gottes Geist spürbar in sich wirken lasse.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Zu Fuß und per Bahn – 167 Wallfahrtsteilnehmer der Pfarrei St. Lantpert/Freising

Am Freitagabend, 17. Mai, 22.30 Uhr war für die 167 Wallfahrtsteilnehmer der Pfarrei St. Lantpert/Freising und Umgebung Treffpunkt in Lerchenfeld/Freising. In einer Fuß-Nachtwallfahrt wurde das 30 km entfernte Hörlkofen erreicht. Dort traf man frühmorgens am Samstag, 18. Mai mit den Fußpilgern aus Neufahrn zusammen, um schließlich das letzte Stück mit der Bahn nach Altötting zu gelangen. Festlich war der Einzug um 7.45 Uhr über den Kapellplatz zur Stiftspfarrkirche, an der Spitze Pilgerkreuz und Standarte, wie auch die Hauptverantwortlichen mit Pilgerleiter Josef Zehetmaier und dessen Vorgänger Xaver Brandstetter. "Vom Herzen angetrieben seid ihr nach Altötting, zum Gnadenort Unserer Lieben Frau gekommen. Hier findet Euer Herz Ruhe", versicherte Kapuzinerpater Jakob. Bei der hl. Messe komme der Segen Gottes über die Pilger, dabei könne man seine Wünsche und Anliegen vorbringen. Am Nachmittag nach der Andacht in St. Konrad wurden die Jubilare geehrt. Höhepunkt für die Fußwallfahrer war dann sicherlich die feierliche Lichterprozession am Samstagabend, um dann am Pfingstsonntag "gestärkt und getröstet, mit einem Schatz guter Erinnerungen in der Seele", wie Kapuzinerpater und Guardian von St. Konrad, P. Alexander Madathil bei der Verabschiedung und Segnung der Andachtsgegenstände vor der Gnadenkapelle betonte, wieder den Heimweg anzutreten.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Gemeinschaft – 180 Fußwallfahrern aus der Pfarrei St. Johann Baptist in Ismaning

Einen "Dank für das Glaubenszeugnis" sprach am Pfingstsamstag, 18. Mai um 8.50 Uhr Kapuzinerpater Heinrich Grumann den rund 180 Fußwallfahrern aus der Pfarrei St. Johann Baptist in Ismaning aus. "Eine Wallfahrt ist eine Gemeinschaft im Gehen und im Gebet", erinnerte er. Einen Teil der Strecke waren die Pilger mit dem Bus gefahren, einen großen Teil bewältigten sie zu Fuß – um 1.30 Uhr waren sie aufgebrochen. Gemeinsam mit den Regensburgern feierten sie im Kirchenzelt eine hl. Messe.
Text und Fotos: Michael Glaß

Maria gegrüßt – 170 Teilnehmer der 67. Wallfahrt aus Erding/Pfarrei St. Johannes

"Einmal hat's ein bisschen getröpfelt, ansonsten ist alles gut gegangen", berichtete einer der insgesamt rund 170 Teilnehmer der 67. Wallfahrt aus Erding/Pfarrei St. Johannes- am Pfingstsamstag, 18. Mai um 7.45 Uhr zogen sie an der Gnadenkapelle hinunter in die St. Konradkirche. Unter der Leitung von Pilgerleiterin Maria Scharlach gingen sie von Walpertskirchen nach Dorfen, von dort aus mit dem Bus weiter nach Tüßling, ehe die Pilger die restliche Strecke erneut zu Fuß bewältigten – seit 1 Uhr früh waren sie auf den Beinen. Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner begrüßte die Pilger bei einer kurzen Statio vor der Gnadenkapelle: "Es gehört sich, bei der Muttergottes Grüß Gott zu sagen", erklärte er und betete mit den Pilgern ein "Gegrüßet seist du, Maria". Mit Pfr. Prälat Josef Mundigl feierten die Pilger eine hl. Messe in St. Konrad.
Text und Fotos: Michael Glaß

"Mia Lallinger halten zam" – 120 Fußpilger – Pilgerleiter geehrt

"Gegrüßet seist du Maria" hallte es von der Neuöttinger Straße am Pfingstsamstag, 18. Mai gegen Mittag, als sich die 120 Fußpilger aus Lalling, mit dabei auch deren junger Kaplan, dem Kapellplatz näherten. "Ihr habt eine Spur des Glaubens gelegt", betonte Administrator Prälat Ludwig Limbrunner nach dem Einzug in die St. Magdalenakirche mit Verweis auf das mitgetragene Holzkreuz als positives Zeichen der Liebe Jesu zu uns Menschen. "Aus dem 'Meran des Bayerwaldes' seid ihr hierhergekommen und habt sozusagen für Luftauffrischung am Gnadenort gesorgt!" Limbrunner bedankte sich vor allem beim Pilgerführer Peter Weinmann (Portraitbild 1) und gratulierte zu dessen 25-jährigem Pilgerleiter-Jubiläum bei der 180. Fußwallfahrt mit einer Jakobsmuschel (eingetaucht in Weihwasser, damit sie Segen bringe). Die Lallinger wurden von Reischach aus fußpilgernd von einer "Landsmännin" das letzte Wegstück begleitet. Krankenhaus-Seelsorgerin und seit diesem Jahr auch Glaubens-Impuls-Verfasserin Ingrid Weißl, die seit 30 Jahren in Neuötting wohnt und deren Herz, wie sie sagt, immer noch innig mit ihrer Heimat verbunden ist, übergab dem "Silber-Jubilar" ein "Vergelt's Gott" in Versform, verpackt in einem kleinen Pokal mit dem schmunzelnden Kommentar: "Mia Lallinger halten zam!" Das mitgetragene Holzkreuz legte dann Peter Weinmann im Umgang der Gnadenkapelle ab.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Segne du, Maria" – 131 Wallfahrer aus Altdorf bei Landshut

Der Bürgermeister höchstpersönlich führte am Pfingstsamstag, 18. Mai die 131 Wallfahrer aus Altdorf bei Landshut nach Altötting: Pilgerleiter Helmut Maier (5. Bild, M., mit Mikro) steht in dem niederbayerischen Markt seit fast einem Jahr auch als Bürgermeister in der Verantwortung. "Das Wetter war ideal, nur beim Gehen war es ein bisschen batzig", fasste er zusammen. Insgesamt sei alles sehr gut verlaufen. Die Altdorfer nahmen nachmittags an einer Pilgermesse im Kirchenzelt teil. Als sie um 14 Uhr in Altötting ankamen, waren sie zuvor knapp siebeneinhalb Stunden unterwegs gewesen – mit dem Bus nach Neumarkt St. Veit und dann zu Fuß nach Altötting. Kapuzinerpater Alexander Madathil begrüßte die Pilger vor der Gnadenkapelle: "Zur Muttergottes könnt ihr mit allen Sorgen und Nöten kommen", sagte er. Gemeinsam stimmten sie das Lied "Segne du, Maria" an.
Text und Fotos: Michael Glaß