Altöttinger Liebfrauenbote

42. Malteser-Wallfahrt mit Kranken und Behinderten nach Altötting

Netz der Barmherzigkeit

Ein nicht abreißender Pilgerstrom zur Gnadenmutter nach Altötting, die leuchtend gelben Pilgertücher umgebunden als "Solidaritätsbeitrag zur Kostendeckung der St. Anna-Basilika-Renovierung", bewegte sich am Sonntag, 21. Juli, über den Kapellplatz zum Kirchenzelt neben der St. Anna-Basilika. Bei der 42. Malteserwallfahrt mit Kranken und Behinderten unter Leitung und Organisation von Franz Josef Freiherr von der Heydte kamen 1.500 Wallfahrtsteilnehmer aus allen sieben bayerischen Diözesen, aus Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Südtirol, um am Pontifikalamt mit H.H. Abt Wolfgang Maria Hagl von der Benediktinerabtei Metten teilzunehmen.

Abt Wolfgang Maria Hagl begrüßte Pilger im Basilika-Kirchenzelt.
Abt Wolfgang Maria Hagl begrüßte Pilger im Basilika-Kirchenzelt.

Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner dankte den Pilgern fürs Kommen "an diesem heißen, für die vielen Rollstuhlfahrer sicherlich im gut temperierten Kirchenzelt mühseligen Tag" und stimmte gleich zur Begrüßung ein "Ave" an. Die Pilgertücher würden heute auch als Kopf- und Schweißtücher umfunktioniert, jedoch "getränkt mit Trost und Hoffnung im Pilgergebet, ist dieser Wallfahrtstag jede Schweißperle wert!", so Limbrunner.

Die Heilwirkung des Gebets hob auch Abt Wolfgang Hagl in seiner Predigt hervor. Auch Wallfahrten gehöre zum Therapieplan der Malteser: Menschen zu echten Kraftzentren dieser Welt zu bringen im Wissen, dass sie dort gut aufgehoben sind, dort wo seit Jahrhunderten die Gebete der leidenden und geplagten Menschen zusammenströmten und auch erhört würden wie es uns die unzähligen Votivtafeln rund um die Heilige Kapelle so eindrucksvoll verdeutlichten. Die Gottesmutter helfe uns, unser Lebenskreuz zu tragen, denn im Antlitz der vielen leidenden, hoffenden, bittenden und flehenden Menschen erkenne sie das Antlitz der Brüder und Schwestern ihres Sohnes, in unserem Leid ihren Sohn selber. Wie sie ihren Sohn in mütterlicher Liebe begleitete, so gehe sie auch heute mit uns. Abt Wolfgang verwies auch auf den hl. Franz von Sales, der in einem Gebet sein auferlegtes Kreuz als "Gruß, als Botschaft des Vertrauens, als liebe Einladung des Herrn zur Christusnachfolge" gesehen habe. Auch unser emeritierter Papst Benedikt XVI. habe durch die Ausrufung des Jahr des Glaubens auf das Existentiellste hingewiesen, so der Abt: eine Beziehung zu Jesus Christus einzugehen, die "ein Fundament unseres Lebens bildet, ein Halt, auch dann, wenn all unsere Lebenspläne durchkreuzt werden, wenn Stürme des Lebens uns bedrohen." Maria sei uns dabei Vorbild und Helferin.

"Malteser-Evangelium"

Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner spendete den Pilgersegen mit einer Kopie des Gnadenbildes.
Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner spendete den Pilgersegen mit einer Kopie des Gnadenbildes.

Das Evangelium von den vier Männern, die einen Gelähmten zu Jesus bringen, bezeichnete Abt Hagl als "Malteser-Evangelium". Auch wir in unserer Kirche  bräuchten dringend Menschen, die nicht nur stöhnten und jammerten über schlechte Zeiten, sondern "die in aller Schlichtheit solchen Trägerdienst tun, die andere Menschen, ob jung oder alt, ob gesund oder krank zu Jesus bringen!" Auch die Malteser hätten sich zum Ziel gemacht, die Menschen zu Jesus zu führen und der Festprediger folgerte: "Sie, liebe Malteser haben die Landkarte des Elends, der Not, der Krankheit, der Einsamkeit, des Alters und der Gebrechlichkeit überzogen mit einem dichtmaschigen und flächendeckenden Netz der Liebe, der Barmherzigkeit und der Humanität!" Diese Übung der Barmherzigkeit sei nicht nur in der Frühzeit unserer Kirche die wirksamste Werbung für den christlichen Glauben gewesen, "sie ist es wohl heute noch!"

Zu einem besonderen Pilgererlebnis vor dem Heimweg zählte sicherlich am Nachmittag nach einer kurzen Andacht vor der Gnadenkapelle, dass Administrator Prälat Ludwig Limbrunner mit der Gnadenbild-Kopie den Pilger-Segen spendete. Besonderer Dank sei auch der Musikkapelle Mellrichstadt gesagt für die würdige Gestaltung des Festgottesdienstes wie auch der Andacht am Nachmittag.

Text: red, Fotos: Roswitha Dorfner

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