Altöttinger Liebfrauenbote

54. Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben mit Erzbischof Jean-Claude Périsset

Treu im Glauben

Rund 1.500 Pilger haben am 14. Juli an der 54. Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben teilgenommen. Der Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset zelebrierte die Pontifikalmesse im Basilika-Kirchenzelt und rief zu Versöhnung auf.

Erzbischof Jean-Claude Périsset zieht in das Basilika-Kirchenzelt ein.
Erzbischof Jean-Claude Périsset zieht in das Basilika-Kirchenzelt ein.

Marienmädchen sowie Trachten- und Fahnenabordnungen sorgten traditionell für ein ebenso buntes und fröhliches Glaubensfest – trotz ernstem und traurigem Hintergrund.

"Trösterin der Betrübten" und "Königin des Friedens" sei Unsere Liebe Frau, erinnerte Périsset in seiner Predigt. Und doch: Christsein ist nicht einfach – das zeigt u.a. die Geschichte des Jesuitenpaters Wendelin Gruber, auf dessen Gelöbnis die Wallfahrt beruht, die jährlich vom St. Gerhardswerk organisiert wird. In seinen Tagebüchern berichtet der Pater, der selbst zu vielen Jahren Kerker verurteilt war, vom Schicksal der internierten Jugoslawiendeutschen. Vor allem während der kommunistischen Diktatur im Ostblock wurden die seit dem 17. Jahrhundert emigrierten deutschen Siedler längs des Mittellaufs der Donau enteignet, vertrieben oder verschleppt und interniert.

"Können wir denen, die uns vertrieben haben, solche Nächstenliebe zeigen", fragte schließlich Périsset und warb für die Kraft der Versöhnung auf der Grundlage des christlichen Glaubens. "Ihre Vorfahren nahmen den katholischen Glauben mit und blieben ihm treu", sagte er. "Der Glaube ist grundsätzlich die Begegnung mit einer Person – mit Jesus Christus", stellte Périsset fest und empfahl "IHN nachzuahmen." Auf politischer Ebene sei die EU-Ostererweiterung ein "gutes Mittel", stellte er fest. Auf christlicher Ebene seien wir dazu aufgerufen, die Völker in Osteuropa zu unterstützen.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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