Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Radler und Fußpilger, Discobesucher und Bundeswehrsoldaten – viele Wallfahrer kommen nach Altötting, auch in den vergangenen zwei Wochen. – Impressionen von der Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau.

…Auf rauen Pfaden

Mit dem Leitwort "per aspera ad astra", "Auf rauen Pfaden zu den Sternen" haben sich – heuer zum 22. Mal – am 29. Juni über 300 Teilnehmer an der Radwallfahrt aus Köfering nach Altötting auf den Weg gemacht. "Ich wünsche Ihnen, dass die Straßen, auf denen Sie heute unterwegs sind, für Sie nicht zu 'rauen Pfaden' werden, damit Sie sicher 'zu den Sternen' nach Altötting kommen", gab Pfarrer Matthias Kienberger beim Reisesegen mit auf den Weg. Dass es ein Tag werde, der nachhaltig Geist und Seele positiv beeinflusse, das wünschte Organisationsleiter Reinhard Kautetzky. Bis auf das Wetter, auf halber Wegstrecke begann's teils kräftig zu regnen, war alles gut verlaufen und um 15.30 Uhr umrundeten die durchnässten, aber glücklichen Radpilger aus der Oberpfalz nach der Ankunft dreimal die Gnadenkapelle. Während beim Abschlussgottesdienst im Kirchenzelt neben der St. Anna-Basilika der Wallfahrtstag beschlossen wurde, verluden draußen auf dem Basilika-Vorplatz fleißige Helfer des Organisation-Teams die Fahrräder in drei große Lastwägen. Unterwegs müsse man sich ständig vergewissern, ob man auch auf dem rechten Weg ist, hinterfragte Kapuzinerpater Rigobert beim Pilgergottesdienst. Er stellte die Frage "Bestimmt unser Glaube als Richtschnur unser tägliches Leben?" Am Festtag der beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus, die charakterlich nicht grundverschiedener hätten sein können, aber doch "vereint im Glauben waren" und das Fundament der Kirche gelegt haben, sollten wir uns rückbesinnen.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Von der Disco nach Altötting

55 Teilnehmer aus dem Pfarrverband Aufhausen-Eichendorf zählte Pilgerleiter Anton Ritt beim Abmarsch am 5. Juli, 20 Uhr in Diepoltskirchen. 38 km Fußweg in einer "Nachtwallfahrt" zum Gnadenort Unserer Lieben Frau lagen vor ihnen. Auf halber Wegstrecke kamen zwei Wallfahrtsteilnehmer hinzu. Maximilian Popp aus Eggenfelden und Thomas Entholzner aus Tann (im ersten Bild rechts und links von P. Heinrich) hatten in Geratskirchen am selben Abend eine Zeltdisco besucht. Gut drauf, ohne lang zu überlegen, schlossen sich die beiden jungen Männer am 6. Juli, gegen 1.30 Uhr den Fußpilgern an. Nach fünfstündigem Fußmarsch und Einzug auf dem Kapellplatz zeigten sich bei den jungen Männern von den "nächtlichen Doppelstrapazen" dann doch erste Ermüdungserscheinungen. Wohl das Begrüßungsgeläut der Kirchglocken zum Pilgerempfang trug mit dazu bei, dass tapfer, nach alter Pilgersitte, auch noch die Gnadenkapelle umrundet wurde. Kapuzinerpater Heinrich Grumann erinnerte bei der Pilgerbegrüßung an den Ruf des Muezzin beim Islam: "Beten ist besser als schlafen!" Zwar sei Schlaf auch nicht zu verachten, gerade bei einer Nachtwallfahrt sei dann beim Gottesdienst die Versuchung groß. Doch Wallfahrten bedeute auch ein inneres Suchen und Hinterfragen wie es mit "meinem persönlichen Glauben steht!" Die Empfehlung P. Heinrichs: Am Beispiel Mariens orientieren, denn dieser Weg führe zu Gott!

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Radeln für den Frieden

Geschüttet hatte es wie aus Kübeln – und doch ließen es sich die 25 Radpilger, Soldaten der Gebirgsjägerbrigade Reichenhall-Strub nicht nehmen, am 25. Juni nach Altötting zu radeln. Heuer, so erklärten Militärpfarrer Martin Strasser und Organisator Hans Reiter, wurde die "Friedenswallfahrt" im kleineren Rahmen durchgeführt, da viele Soldaten zum Auslandseinsatz nach Afghanistan und bei der Hochwasserkatastrophe in Bayern (Passau, Deggendorfer Raum) im Einsatz waren. Tags darauf beteten die Wallfahrtsteilnehmer beim Gottesdienst in der Franziskushaus-Kirche besonders für die Kameraden im Auslandseinsatz und für Frieden in der Welt.

Text und Foto: Roswitha Dorfner

Kaiserlicher Empfang

Wenn das kein Empfang ist in Altötting: An der Kreuzung Stinglhammer- und Neuöttinger Straße bei der Michaelikirche wurden am Samstag, 6. Juli die Fuß- und Radwallfahrer vom Pfarrverband Marktl-Stammham gleich von zwei "Kaisern" begrüßt und zum Kirchenzelt neben der St. Anna-Basilika geleitet: Pfarrer Josef Kaiser und sein Bruder, Kapuzinerpater Andreas Kaiser (Guardian, Wallfahrtskustos und Rektor der St. Anna-Basilika). Der Zweitgenannte rief den Pilgern ein "herzliches Willkommen an ungewohnter Stelle" zu (Verweis auf die "Ersatzbasilika"). Doch sei ein Zelt auch "Symbol der Kirche": "Seht Gottes Zelt auf Erden", heiße es schon im Alten Bund. So verweise ein Zelt, das man ständig auf- und abbaue, dass wir auf dieser Welt nichts Bleibendes und Beständiges vorfinden. Der Angelpunkt ist Gott, der uns trägt! Bei dieser Gelegenheit gratulierte P. Andreas auch dem Stammhamer Ruhestandsgeistlichen Adolf Fritscher nachträglich zum Geburtstag (2. Juli, Mariae Heimsuchung).

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

 

Um Mariae Heimsuchung

Zu den 50 Fußpilgern aus dem Pfarrverband Kirchdorf-Seibersdorf/Inn am 6. Juli "gesellten" sich heuer in Altötting auch noch Buspilger vom Seniorenclub, um gemeinsam in der St. Konradkirche Eucharistie zu feiern. Immer um den Festtag Mariae Heimsuchung findet alljährlich die traditionsreiche Fußwallfahrt statt, teilte Organisator Christoph Strohhammer mit. Pfr. Janos Kovacs war die 30 km Fußweg – um 2 Uhr früh waren die Pilger aufgebrochen – bei idealem Pilgerwetter mitmarschiert. Bei einer kurzen Statio vor der Gnadenkapelle stimmte Kapuzinerpater Bruder Berthold Oehler "Gegrüßet seist du Königin an" und verwies auf das Fest Mariae Heimsuchung, ein Fest der Begegnung und Freude.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner