Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Kurz vor der Aufnahme ihres Heimatlandes in die EU, pilgerten in Bayern lebende Kroaten zum 40. Mal ins Herzen Bayerns, Schüler aus Landau trotzten großer Hitze und in St. Magdalena fand ein Jugendgottesdienst im Freien statt – Impressionen von der Wallfahrt nach Altötting.

Sich öffnen, aber sich nicht verlieren – 40. Jubiläumswallfahrt der katholischen Kroaten aus ganz Bayern mit Kardinal Bozanic

Das Kirchenzelt in Altötting neben der St. Anna-Basilika war am 30. Juni dicht gefüllt, selbst außerhalb standen noch Pilger, darunter viele junge Familien mit ihren Kindern, um am Festgottesdienst teilzunehmen: zum 40. Mal jährte sich heuer das Bestehen der katholischen kroatischen Mission in Bayern und die Nationalwallfahrt der in Bayern lebenden katholischen Kroaten zum Gnadenort Unserer Lieben Frau. Als Hauptzelebrant wurde auch auf der mitgebrachten Muttergottes-Fahne S.E. Josip Kardinal Bozanic, Erzbischof aus Zagreb angekündigt. So bahnten sich dann beim Festgottesdienst hinter dem kirchlichen Dienst, das Kreuz voran, die Trachtengruppen in ihren farbenfrohen Gewändern wie auch die Fahnenabordnungen den Weg durch die Menschenmenge zum Altarpodest.
Der Festprediger, Kardinal Bozanic, erinnerte dankbar an die Seligsprechung des kroatischen Erzbischof Alois Stepinac durch Papst Johannes Paul II. im Jahr 1998. Stepinac, ein Martyrer des Glaubens, sei zeitlebens ein großer Marienverehrer gewesen. "Sie ist und bleibt unsere Mutter, sie führte und führt durch Jahrhunderte schwerer Zeiten zu Ihm, ihren göttlichen Sohn, Jesus Christus, Mensch und Gott! Er ist die Tür, die uns zum Vater im Himmel bringt", betonte er. Entscheidend sei letztendlich: "Sein Weg des Leidens und Sterbens führt zur Auferstehung und zum ewigen Leben!"
Im Hinblick auf die Mitgliedschaft Kroatiens bei der Europäischen Union ab 1. Juli endete der Kardinal mit dem Wunsch: Kroatien stehe in der Pflicht, die katholische Identität seines Volkes zu bewahren. "Wir werden uns öffnen, aber uns nicht verlieren, denn Christus sagt: 'Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis!'"
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

"Am 'Du' Gottes wachsen" – 26. Altötting-Wallfahrt des Gymnasiums Landau/Isar mit Abt Wolfgang Hagl

"So, jetzt san ma da!", kurz und bündig begrüßte am 20. Juni, Wallfahrtsgründer Msgr. Dr. Franz Bauer die 400 pilgernden Schüler des Gymnasiums Landau/Isar bei einer kurzen Statio vor der Gnadenkapelle. Bauer würdigte deren respektable Leistung – trotz großer Hitze opferten die Schüler ihre Freizeit für die Wallfahrt. Nachdem Kapuzinerpater Br. Georg Greimel die jungen Pilger zum Kapellplatz einbegleitet hatte, feierte der Abt von Metten, Wolfgang Hagl OSB (M.) in der Stiftspfarrkirche St. Philippus und Jakobus mit den Schülern und Lehrkräften eine Andacht, musikalisch gestaltet von der Bläsergruppe aus Landau. In sieben Sprachen (Latein, Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Tschechisch und Polnisch) wurde das Ave Maria gebetet.
Pilgern sei ein Bild für unser Leben, sagte Abt Wolfgang: Man frage dabei nicht nach dem Wetter, man werde selber aktiv. Im Rückblick auf die Bombendrohung an der Schule Hengersberg und auf den Amoklauf in Winnenden hinterfragte Abt Wolfgang: "Warum musste das geschehen? Warum hat Gott dies zugelassen?". Seine Antwort: "Gott ist nicht der Feuerwehrmann für die Menschen!" Frust und Hass erwüchsen aus Einsamkeit, wenn keiner zum Reden, Austauschen, Erzählen, Quatschen, sich von der Seele reden da sei – solche Taten seien ein verzweifeltes "auf sich Aufmerksammachen". Wer nur frustriert auf sich schaut, der verpasse das Leben! "Mein 'Ich' wächst am 'Du' Gottes! Gehen wir vertrauensvoll auf Gott zu!" Man solle nicht den Zeittrends "man hat oder tut" verfallen, nicht Mitläufer werden sondern mutig als "Ich" entscheiden und auch Mal gegen den Strom schwimmen! "Sei der, der Du bist und steh zu Dir selber", rief Abt Wolfgang den Schülern zu. In der Schülerwallfahrt zum Gnadenort sieht Abt Wolfgang ein deutliches Profil vor Gott und den Menschen. Auf dem Weg zum Ziel finde man Hilfe bei der Gottesmutter Maria, der Fürsprecherin bei ihrem Sohn.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Jugendgottesdienst im Freien

Am 23. Juni trafen sich ca. 300 Gläubige im Klostergarten von St. Magdalena, um dort zusammen mit dem Initiativkreis Junge Wallfahrt einen Jugendgottesdienst im Freien zu feiern. Die Kapuzinerpatres Br. Georg Greimel und Br. Andreas Kaiser zelebrierten den Gottesdienst gemeinsam. In einem Anspiel wurden die Frage aufgeworfen: "Wer bin ich?" und "Wer will ich sein?" In der Predigt von Br. Georg wurde klar, dass es im Leben immer um Authenzität gehen muss und der christliche Glaube unsere Identität prägt. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Gruppe Amazing Grace aus Hirten unter der Leitung von Thomas Schröck. Am Ende des Gottesdienstes hatten die Besucher noch die Gelegenheit, sich bei einer kleinen Agape auszutauschen.
Text und Fotos: red