Altöttinger Liebfrauenbote

Marianische Vesper zum Auftakt des Welttags der Kranken in Altötting

„Nicht bloß das Notwendigste tun“

Mit einer feierlichen Vesper in der Altöttinger Stiftspfarrkirche St. Philippus und Jakobus hat am Sonntagabend, 10. Februar, in Anwesenheit des Päpstlichen Legaten Erzbischof Zygmunt Zimowski, des Apostolischen Nuntius Erzbischof Jean-Claude Périsset und vieler weiterer Bischöfe und hoher geistlicher Würdenträger der 21. Welttag der Kranken begonnen. Zuvor war das Gnadenbild Unserer Lieben Frau von Altötting in die Stiftspfarrkirche übertragen worden. Hauptzelebrant Apostolischer Administrator Bischof Wilhelm Schraml forderte in seiner Predigt dazu auf, mehr als „bloß das Notwendigste“ zu tun, wenn Menschen uns bräuchten.

Zahlreiche kranke und behinderte Menschen besuchten die Marienvesper.
Zahlreiche kranke und behinderte Menschen besuchten die Marienvesper.

Insbesondere Kranke, Behinderte und Sterbende bräuchten die Zuwendung unseres Herzens, so Bischof Schraml. Das sei zwar oft im medizinischen und betreuenden Alltag nicht einfach, aber „personale Liebe“ weise uns Christen und allen Menschen guten Willens den Weg. Der Apostolische Administrator des Bistums Passau dankte allen, die in den öffentlichen, privaten und kirchlichen Einrichtungen sowie in Wohnungen zu Hause „diesen Weg der Liebe gehen“. In der Zuwendung zu den Menschen, die unsere Hilfe bräuchten, werde göttliche Liebe sichtbar und spürbar.

Entschieden wies Bischof Schraml mit Blick auf den Gesetzentwurf zur Strafbarkeit der gewerbsmäßigen Förderung der Selbsttötung jede Form der organisierten Suizidhilfe zurück. „Die meisten Menschen sehnen sich nach einer menschlichen Sterbebegleitung, nach personeller liebender Zuwendung. Sie erwarten nicht Hilfe zum Selbstmord“, so Schraml. Und die Zuwendung zu den Leidenden sei ein Wesensmerkmal des Christentums, auf die Jesus selbst am Schluss des Gleichnisses vom Samariter hinweise, wenn er sagt: „Geh und handle genauso!“ Umgekehrt könne die Erfahrung von Krankheit und Leiden in einer tiefen Vereinigung mit dem Leiden Jesu zu einer Schule des Trostes und der Hoffnung werden.

Zum Schluss richtete Bischof Schraml das Wort an die Gottesmutter selbst: „Maria, du ‚Hilfe der Christen‘ und ‚du Heil der Kranken‘, stehe unseren Kranken und allen Menschen in Not bei und sei ihnen Zeichen des Heiles und der himmlischen Hoffnung. Stärke alle, die ihnen helfend zur Seite stehen und im Geiste und nach dem Willen seines Sohnes handeln, und segne sie“.

Im Anschluss an den Pontifikalgottesdienst, den in der voll besetzten Stiftspfarrkirche auch viele Kranke und Behinderte mit ihren Betreuern verfolgten, begab sich der Liturgische Dienst – allen voran Hauptzelebrant Bischof Schraml mit dem Gnadenbild – zusammen mit den Gläubigen in einer Prozession zur Gnadenkapelle. Dort erteilte Schraml den Marianischen Segen mit dem Gnadenbild Unserer Lieben Frau, bevor dieses zurück in die Gnadenkapelle übertragen wurde.

Hervorragend musikalisch gestaltet wurde die Vesper vom Maria-Ward-Chor unter der Leitung von Sr. Avita Bichlmaier.

Text: red, Fotos: Roswitha Dorfner

Bildergalerie

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Auszug der "Geistlichkeit".
Der Apostolische Administrator der Diözese Passau spendet den Eucharistischen Segen mit der Monstranz, dahinter Nuntius Erzbischof Jean-Claude Périsset.
Besucher in der Stiftspfarrkirche.
Feierliche Prozession um die Gnadenkapelle, angeführt von Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner, dahinter Erzbischof Zygmunt Zimowski und Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl und Bischof Wilhelm Schraml mit dem Gnadenbild.
Bischof Schraml erteilt den Segen mit dem Gnadenbild.
Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl (v.l.), Bischof Wilhelm Schraml und Erzbischof Zygmunt Zimowski im Gespräch mit Gläubigen.