Altöttinger Liebfrauenbote

"Mariä Himmelfahrt" in Altötting – Bischof Wilhelm Schraml predigte

"Zeichen unserer Erwählung und Hoffnung"

Zahlreiche Gläubige feierten am 15. August das Fest "Mariä Himmelfahrt" in Altötting. Der Neu-Altöttinger Bischof Wilhelm Schraml zelebrierte den Festgottesdienst im Basilika-Kirchenzelt und stellte Maria als "Zeichen unserer Erwählung und Hoffnung" heraus.

Centa Steil überreicht Bischof Wilhelm Schraml eines ihrer Kräuterbüschel. – Die Kräuterbuschen, die an Mariä Himmelfahrt bei den Gottesdiensten gesegnet werden, sind Zeichen für das Leben. Den Hintergrund bildet eine fromme Legende: drei Tage nac
Centa Steil überreicht Bischof Wilhelm Schraml eines ihrer Kräuterbüschel. – Die Kräuterbuschen, die an Mariä Himmelfahrt bei den Gottesdiensten gesegnet werden, sind Zeichen für das Leben. Den Hintergrund bildet eine fromme Legende: drei Tage nach der Bestattung Marias fanden die Jünger Jesu in deren Gruft eine Fülle von Blumen und frischen Kräutern anstatt des Leichnams.

"Maria würde er gerne in seine Kirche hereinholen, damit es da ein bisschen menschlicher werde", gab Bischof Schraml die Aussage eines  "namhaften Mitglieds einer nicht-katholischen Konfession" wieder. Zwar freue ihn dieses Wort, wie der Bischof betonte, gleichzeitig aber stellte er fest: "Maria ist für mich kein Mittel, damit es in unserer Kirche menschlicher zugeht. Sie ist uns Hilfe und Bürge dafür, dass die Kirche klarer und froher auf Christus, ihren Sohn, zugeht."

Als "Zeichen unserer Erwählung" schilderte Bischof Schraml die Gottesmutter sodann. Gerade dann, wenn Menschen dem "rabiaten Spiel der Mächte in Gesellschaft und Politik", "den Naturkatastrophen" und "dem blinden Schicksal" ausgeliefert scheinen, "ist uns Maria als Heilszeichen unserer Rettung gesetzt". – "Mitten in solche Ungewissheit und Not hinein vermeldet uns in Maria der Engel des Herrn, dass wir eben nicht allein gelassen sind, sondern der Herr mit uns ist." Was Gott an Maria proklamiert habe, das sei "sein Treuespruch auch für uns, für jeden von uns: Ich lasse dich nicht allein! Ich bin mit dir! Ich habe dich als meinen Sohn und meine Tochter erwählt."

Darüber hinaus sei Maria "Zeichen unserer Hoffnung", wie Bischof Schraml erklärte. Er beklagte  eine Zeit "einer heillosen Flucht so vieler in Rausch und Vergessen, in Drogen und Selbstmord, weil da anscheinend nichts mehr vor ihnen ist, wofür es sich lohnt, gut zu sein und Opfer zu bringen". "Weshalb liefern wir das ungeborene Leben schamlos aus", fragte der Bischof und antwortete selbst: "Warum, wenn nicht deshalb, weil wir nicht mehr aufschauen und ausschauen nach dem, was uns Gott in Maria signalisiert: Und das ist die Berufung des Menschen in seine Vollendung, in die Herrlichkeit des ewigen Lebens bei Gott." Schraml stellte klar: "Gott hat Maria als erste von uns mit Leib und Seele in diese Vollendung geführt." Diese Zukunft sei "kein Traum, keine billige Vertröstung auf ein unwirkliches Jenseits". Der Bischof sagte: "Nein, diese Zukunft ist leibhaftig, weil Maria die leibhaftige Schwester unseres Menschseins ist und bleibt. Das ist die frohmachende Botschaft des heutigen Hochfestes Mariä Himmelfahrt." Schraml resümierte: "Nicht zu mehr Menschlichkeit hilft uns Marienliebe und Marienglaube, sondern zu mehr Übermenschlichkeit in unserer Kirche, in der die Hoffnung auf ein ewiges Leben in der Herrlichkeit des dreifaltigen Gottes Inhalt aller Botschaft ist."

Bereits am Vorabend des Festtages, am 14. August, hatte Stadtpfarrer und Stiftspropst Prälat Günther Mandl einen Gottesdienst im Basilika-Kirchenzelt zelebriert. Nach einer feierlichen Lichterprozession spendete Bischof Schraml den Segen mit dem Gnadenbild. Am Festtag wurde die Gnadenbildkopie ins Kirchenzelt übertragen.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

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