Altöttinger Liebfrauenbote

Benedikt XVI. beglückwünscht Bischof Wilhelm Schraml zu Altersruhesitz in Altötting

"Ich würde gerne tauschen"

Am Donnerstag, 8. August hießen Geistlichkeit und Bürgermeister den Apostolischen Administrator von Passau, Bischof Wilhelm Schraml bei einem offiziellen Empfang im Festsaal der Bischöflichen Administration herzlich willkommen an seinem Altersruhesitz in Altötting. – Bei einem Rom-Besuch des Bischofs gratulierte auch der emeritierte Papst.

Sie hießen Bischof Wilhelm Schraml im Namen der Pfarrei St. Philippus und Jakobus mit einem Blumenstrauß willkommen (v.l.): Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Luise Hell und Kirchenpfleger Gottfried Oswald. Im Hintergrund
Sie hießen Bischof Wilhelm Schraml im Namen der Pfarrei St. Philippus und Jakobus mit einem Blumenstrauß willkommen (v.l.): Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Luise Hell und Kirchenpfleger Gottfried Oswald. Im Hintergrund Kapuzinerguardian Br. Andreas Kaiser, der sich in seiner Begrüßung auf eine gute Zusammenarbeit "mit dem Bruder Bischof" freute.

Der Hausherr, Administrator und Wallfahrtsrektor Prälat Ludwig Limbrunner begrüßte Bischof und Gäste launig zu einer "Welcome-Party" – schließlich fand der Empfang ja in dem Gebäude statt, in dem Schraml künftig wohnen wird. Ebenso übrigens, wie Stadtpfarrer Prälat Günther Mandl, was diesen zur Erheiterung der Anwesenden zu der Aussage verleitete: "Es ist das erste Mal, dass ich unter einem Dach mit einem Bischof lebe. Hoffentlich störe ich nicht durch mein Schnarchen". Genauso wie Bürgermeister Herbert Hofauer sei er stolz darauf, dass man Altötting nun als Bischofsstadt bezeichnen könne.

Die spannendste Anekdote aber gab der Geehrte selbst preis: Vor einigen Wochen sei er bei Papst em. Benedikt XVI. in Rom gewesen. Der habe ihn gefragt, wo es ihn im Ruhestand hinziehe. Als er, Schraml, Altötting sagte, habe Benedikt XVI. ihn unterbrochen und spontan ausgerufen: "Da gehörst du hin!". Dann habe der emeritierte Papst – zeitlebens eng mit Altötting verbunden – noch gefragt wo er dann wohnen werde. Schraml habe geantwortet, dass er in dem Haus wohnen werde, das den Namen des bayerischen Papstes trage, mit Blick auf den Kapellplatz. Woraufhin Benedikt XVI. sagte: "Da würde ich gerne tauschen." Doch der ehemalige Papst ist nicht der einzige, der Neubürger Schraml schon um seinen Wohnort beneidet hat. Auch der Kölner Kardinal Joachim Meisner habe schon angefragt, ob Schraml nicht mit ihm tauschen wolle. "Ich habe ihm gesagt, er ist jederzeit willkommen", berichtete der Bischof, der selbst aber auf keinen Fall mehr weg will. Schließlich habe sich Altötting schon ganz lange "tief in mein Herz eingeschrieben".

Text und Foto: Wolfgang Terhörst