Altöttinger Liebfrauenbote

18. Forum Altötting der Gemeinschaft Emmanuel

"Gott kommt in dein Heute"

Ganz viel Sonne, feierliche heilige Messen unter freiem Himmel, ein Musical über den heiligen Augustinus – das und viel mehr gab es auf dem Forum Altötting der Gemeinschaft Emmanuel vom 2. bis 7. August. Mittlerweile schon zum 18. Mal hatte die katholische Gemeinschaft zusammen mit der Stadt Altötting zum Forum eingeladen.

Rund um die Altarbühne auf dem Kapellplatz herrschte stets reges Treiben.

Das Motto des Forums 2013 – "Gott kommt in Dein Heute" – erinnerte im "Jahr des Glaubens" an das Anliegen des Zweiten Vatikanischen Konzils: Glaube und Leben in der Welt miteinander zu verbinden. "Wie ist Gott im eigenen Alltag gegenwärtig?" – dieser Frage gehen die Teilnehmer fünf Tage lang nach. Referenten aus Kirche und Gesellschaft geben dazu Impulse. Ende der 90er-Jahre war das Forum vor allem eine Veranstaltung für Jugendliche, doch im Laufe der Zeit ist es in alle Richtungen gewachsen. Mittlerweile sind etwa zwei Drittel der Teilnehmer Familien, ein Drittel sind Singles, geweihte Schwestern und Priester. Die Nachfrage bei Familien, Singles, Alleinerziehenden, Priestern, Ordensleuten, Teenies und jungen Erwachsenen war auch heuer groß: Fast 1.500 Teilnehmer kamen in den Marienwallfahrtsort und gaben ihm für fünf Tage ein junges Gesicht.

Ein eigenes Angebot für Priester gab es dieses Jahr wieder im Rahmen des Erwachsenenforums, ebenso eine Workshopreihe "Zwischen Windeln und Candlelight" für jung Verheiratete und Paare, die sich auf die Hochzeit vorbereiten. Neben dem Hauptprogramm für die Erwachsenen waren die 3- bis 12-Jährigen zu einem Kinderforum eingeladen, bei dem sie mit Spiel, Spaß und kleinen geistlichen Impulsen Gemeinschaft mit vielen Gleichaltrigen erleben konnten.

Kardinal Paul Josef Cordes zugast

Festgottesdienst im Kirchenzelt mit Kardinal Cordes.

Fast 200 Jugendliche zwischen 13 bis 16 Jahren kamen zum Teenieforum. Sie hatten in diesen Tagen über weite Strecken ein eigenes Programm – abseits der Eltern und Erwachsenen, z.B. ein Rockkonzert der Band der Studenten der Emmanuel School of Mission (ESM) auf dem Altöttinger Kapellplatz am Samstagabend, 3. August.

Prominenter Gast war Kardinal Paul Josef Cordes, ehemaliger Präsident des Päpstlichen Rats Cor Unum (zuständig für die humanitäre Hilfe durch die katholische Kirche). Er feierte mit den Gläubigen den Festgottesdienst am Sonntag, 4. August, im Kirchenzelt neben der St. Anna-Basilika. Ausgehend von dem Tages-Evangelium des reichen Mannes, der neue Scheunen baut und dem Gott sagt: "Du Narr!" warnte er vor geistlicher Selbstzufriedenheit. Denn nicht nur das trügerische Vertrauen in Hab und Gut sei schlecht, sondern auch die geistliche Selbstbezogenheit, die gerade bei den Rechtgläubigen vorkomme. Er rief die Teilnehmer des Forums auf, sich nicht in ihren eigenen kleinen Gemeinschaften einzuigeln sondern auf Menschen, die am Rande stehen, zuzugehen. Er erinnerte an die Abschlusspredigt von Papst Franziskus beim Weltjugendtag in Rio, wo er aufrief an die "Peripherie der Existenzen" zu gehen und das in Rio Erlebte dorthin zu tragen. Christi Ruf erfolge in vielen Sprachen und Tönen, wie gerade in diesen Tagen in Altötting festzustellen sei, so Cordes: "Beantwortet seine Liebe mit neuem Eifer!" Alle irdische finanzielle Absicherung und Reichtum würden unbedeutend im faszinierenden Licht des göttlichen "Du", dem eigentlichen Licht der Vollkommenheit.

Begegnung, Musik, Vorträge und geistliches Programm

Abwechslungsreiches Programm für viele verschiedene Teilnehmer.

Das Forum Altötting ist geprägt von Begegnung, Musik, Vorträgen und einem geistlichen Programm. Jeder Tag begann mit einem Morgenlob mit neuen geistlichen Liedern und Gebeten unter freiem Himmel auf dem Kapellplatz. Es folgte ein Vortrag zum Thema des Treffens "Gott kommt in Dein Heute". Nachmittags konnten die Forumsteilnehmer aus einem breitgefächerten Workshop-Angebot wählen: Von einem Heilig-Geist-Seminar mit dem Titel "Wofür brennst Du?" über eine abenteuerlichen Expedition durch das Alte Testament mit dem Titel "Der, liebe Gott' und die Gewalt?" bis zu "Glauben und Helfen bis an die Grenzen der Welt", einem Workshop über Fidesco, dem Entwicklungshilfeprojekt der Gemeinschaft Emmanuel – für jeden war etwas dabei. Und wer nach den Vorträgen und Gebetszeiten nichts mehr hören wollte und sich einfach nur nach Bewegung sehnte, fand auch dafür die passende Gruppe. Ein thematischer Schwerpunkt der Workshops lag bei Ehe- und Familienthemen. Dort wurden auch heiße Eisen wurden angepackt: Zu einem Austausch im geschützten Rahmen wurde beispielsweise zu dem Thema "Getrennt – Geschieden – und dann? Mit meinem Gott überspringe ich Mauern" eingeladen.

Darüber hinaus gab es auch Gelegenheit zu Stille und Gebet. Während des gesamten Forums bestand die Möglichkeit zu eucharistischer Anbetung – auf der Anbetungswiese hinter dem Kapellplatz täglich von 12 bis 20 Uhr – außer während der Messen – und rund um die Uhr in der Anbetungskapelle.

Text: Antonia von Alten, Fotos: Roswitha Dorfner

Impressionen

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