Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Viele Wallfahrer kamen am Wochenende der Br. Konrad-Feierlichkeiten nach Altötting. U.a. pilgerten Gruppen aus Kelheim, Hebertsfelden, Schönau und Edling ins Herz Bayerns – langsam werden die Temperaturen für Fußwallfahrer angenehmer, doch regnerisches Wetter machte so manch einen zu schaffen...

Gott zum Gruße

Wenn die Gesundheit nicht mehr mitmacht, dann übergibt man an Jüngere. Diese Einstellung hat Pfr. Horst Mally (fünftes Bild, 2.v.l.), der lange Jahre mit den Riedenburgern an Pfingsten zu Fuß nach Altötting gepilgert ist. Alljährlich ist er auch mit der Pfarrei von Hl. Kreuz/Kelheim von Massing aus die ca. 40 Kilometer Fußweg zum Gnadenort gewallfahrtet. Doch damit ist jetzt Schluss, Pfr. Mally hat am Samstag, 20. April bei der diesjährigen Fußwallfahrt, die alljährlich der Frauenbund organisiert, seinen Nachfolger als "geistlichen Pilgerführer", Pfr. Markus Meier (fünftes Bild, r.) vorgestellt. Nach Ankunft und feierlichem Einzug über den Kapellplatz wurden die 350 Kelheimer bei einer kurzen Statio vor der Gnadenkapelle von Kapuzinerpater Ludwig Wörle (fünftes Bild, l.) herzlich begrüßt. Der "Altpilgerpfarrer" Mally betonte dann beim Gottesdienst in der Stiftspfarrkirche, in Anlehnung an das Evangelium "Mariae Heimsuchung", die Wichtigkeit des Begrüßens. Ein herzliches "Grüß Gott", sei Ausdruck der Wertschätzung eines jeden Mitmenschen, ein Zeichen der Beachtung seines Gegenübers und könne viel bewirken. Übrigens: Pfr. Mally wird auch weiterhin, wie er versprach, dem Gnadenort die Treue halten und der Gnadenmutter "Grüß Gott" sagen – nur kommt er halt auf bequemere Art mit dem Auto oder Bus.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Unternehmen Wallfahrt

Zeitgleich mit den Kelheimern hatten am Samstag, 20. April, auch die Fußwallfahrer aus Hebertsfelden ihr Pilgerziel erreicht. 80 Wallfahrtsteilnehmer zählte Pilgerleiter Franz Ries. Dieses Jahr nicht so viele, wohl wegen des nasskalten Wetters. Doch Administrator Prälat Ludwig Limbrunner tröstete nach dem Einzug in den Kongregationssaal schmunzelnd: "Einmal abgeregnet ist doppelt gebetet!" und bedankte sich bei den Hebertsfeldnern für ihr Zeugnis "im Glauben unterwegs über Land mit dem Kreuz voran!" Limbrunner bezeichnete das Kreuz als Impulsator, das den Takt für das Schrittmaß angebe. Ohne das Kreuzzeichen, das auf Christus weist, sei man im Leben orientierungslos, marschiere blind und haltlos drauf los. Denn Christus sage: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!" Wir sollten auch nicht den Versuch starten, Jesus auf unserem Pilgerweg des Lebens überholen zu wollen, denn: "Er holt uns alle ein!" Unternehmen Wallfahrt sei ein Unternehmen Jesu, um nicht zu vergessen: "Die Gottesmutter Maria geht mit!"
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Atmende Kirche

25 Fußpilger aus der Pfarrei St. Stephanus, Schönau sind am Sonntag, 21. April um 3 Uhr früh gestartet, die restlichen Wallfahrtsteilnehmer, darunter auch zwölf Erstkommunionkinder haben sich ab Brandmühle bei Reischach angeschlossen, um gemeinsam dem Pilgerziel, dem Heiligtum Unserer Lieben Frau von Altötting entgegen zu marschieren. Administrator Prälat Ludwig Limbrunner begrüßte die Schönauer mit Pfr. Manfred Hendlmeier (erstes Bild) herzlich und erklärte, er habe diesen Ort deshalb so gut in Erinnerung, weil er in einer Schönauer Straße geboren wurde. Dankend für das sichtbare Glaubenszeugnis betonte Limbrunner, nach den Worten des Heiligen Vaters, Papst Franziskus: Kirche sei nur Kirche wenn sie "unterwegs" sei. Eingesperrt in den eigenen vier Wänden ersticke sie selber. Sicher sei es auf einer Wallfahrt unterwegs auf der Straße auch gefährlich, so Limbrunner. Aber Papst Franziskus habe erklärt, "er wolle lieber einen Unfall in Kauf nehmen als eine kranke Kirche". Ein Wallfahrtsort lebe nur dann, "wenn sich Menschen auf den Weg machen - dann haben wir eine lebendige, atmende Kirche – dazu gehört auch ihr, sogar eure eigene Band habt's dabei! Respekt!"
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Gscheit durchgelatscht...

Zwei Paar Schuhe sollte man auf einer "gscheiten Fußwallfahrt durchlatscht haben", heißt es in einer alten Pilgerüberlieferung. Das hat Jakob Holzhammer (fünftes Bild, l.) auf der heurigen "Nachtwallfahrt" der Fußpilger aus Edling und Wasserburg schon wenige Meter nach dem Abmarsch am Samstag, 20. April um Mitternacht in Edling erleben müssen. Schuld an der Misere hatte nicht die bereits zurückgelegte Wegstrecke, sondern das Wetter. Es regnete teils kräftig und anhaltend und das hält der beste Wanderschuh nicht aus. Jakob Holzhammer marschierte dann notgedrungen in Turnschuhen weiter, doch diese waren bei den regenreichen, windigen, gar nicht pilgerfreundlichen Witterungsverhältnissen gleich durchnässt. 79 Wallfahrtsteilnehmer, an der Spitze Pilgerleiter Hans Schwald (fünftes Bild, r.), nahm dann Kapuzinerpater Rigobert Buchschachner am Samstag, 20. April gegen 13 Uhr an der Kreuzung Marien-/Kolbergstraße in Empfang und begleitete sie zum Kapellplatz. Nach Umrunden der Gnadenkapelle feierten die Edlinger im Kongregationssaal eine kurze Andacht.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner