Altöttinger Liebfrauenbote

Mosaike aus der Wallfahrt

Der Frühling ließ auf sich warten, doch auch winterliche Temperaturen hielten Fußpilgergruppen aus Laberweinting, Martinsbuch, Schwandorf und Viechtach auf ihrem Weg nach Altötting nicht auf – Impressionen in unsrerer Reihe "Mosaike aus der Wallfahrt"...

Zur Mutter nach Eding – Pilger aus Martinsbuch

„O Maria, sei gegrüßt, die du voll der Gnade bist!“ – das Pilgerziel, die Gnadenmutter von Altötting war erreicht. Der Pilgerleiter der Fußwallfahrt aus Martinsbuch, Michael Auer, sprach das alte Pilgergebet vor der Gnadenkapelle, stellvertretend für die 320 Fußwallfahrer, die am Karsamstag, 30. März, glücklich und erschöpft zugleich am Gnadenort ankamen. In Massing waren die Fußpilger aus Neufahrn dazugestoßen und gemeinsam pilgerten sie am Karsamstag die letzte Wegetappe nach Altötting. Da ja am Karsamstag „die Glocken bis zur Osternacht schweigen“ und die Pilger nicht mit dem üblichen Glockengeläut willkommen geheißen wurden, haben die Fußwallfahrer der Gottesmutter ein musikalisches Ständchen gebracht: „Zur Mutter nach Eding wir alle nun gehen“ (nach der Lourdes-Melodie) stimmten sie inbrünstig an. Sebastian Maier, der Pilgerleiter der Neufahrner Gruppe freute sich besonders, dass bei der diesjährigen Fußwallfahrt 30 junge „Neupilger“ dem kalten Pilgerwetter trotzten und mit dabei waren.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Dankbar – Pilger aus Laberweinting

Eine halbe Stunde nach den Pilgern aus Martinsbuch zogen am Karsamstag, kurz vor Mittag, die Fußwallfahrer aus Laberweinting – 100 an der Zahl – über den Kapellplatz und machten kurze Statio vor der Gnadenkapelle. Pilgerleiterin war Marion Feldmayer. „Wonnebebend, an der Schwelle, vor der hl. Kapelle, O Maria sei gegrüßt, die du voll der Gnade bist!“, betete sie vor und bekräftigte: „Wir bedanken uns bei der Muttergottes, dass wir eine unfallfreie, zweitägige Wallfahrt hatten.“ Sehnsüchtig wurde die junge Pilgerleiterin (o. links neben dem Kreuzltrager) schon vom Töchterchen und Ehemann erwartet. Zwei Tage waren die Laberweintinger unterwegs, 90 km Wegstrecke legten sie zurück.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Im Glauben auf dem Weg – Pilger aus Schwandorf

„Es war so kalt, als wir am Donnerstagfrüh abmarschierten, meine Hände waren so klamm, dass ich kaum den Lautsprecher halten konnte“, erzählte Diakon Hans-Dieter Göring, der Gründer der Schwandorfer Jugendwallfahrt und langjährige Pilgerführer. Aber dies hätte den Vorteil gehabt, dass keiner der 100 Fußwallfahrer aus Schwandorf/Opf., die am 6. April ihr Pilgerziel erreichten (nach 180 km in vier Tagen), an Blasen oder Kreislaufbeschwerden litten. Dies sei vor einigen Jahren bei einer Wallfahrt bei frühsommerlichen Temperaturen im März schon einmal ganz anders gewesen. Jedenfalls konnte Kapuzinerpater Andreas Kaiser, der die Pilger herzlich begrüßte und das letzte Stück zum Kapellplatz begleitete, allen Wallfahrtsteilnehmern seinen Dank und Respekt aussprechen: „Ihr habt Euch gemeinsam im Glauben auf den Weg gemacht“ und dieser Glaube gipfle in der anschließenden gemeinsamen Eucharistiefeier im Kongregationssaal, denn Jesus sagt: „Wo zwei oder drei im meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!“ Nach dem Gottesdienst wurde Diakon Hans-Dieter Göring als Pilgerführer verabschiedet und mit einer Urkunde zum Ehrenpilgerführer ernannt. Geehrt wurde auch Franz Jobst, der zu den Gründungsmitgliedern zählt. Als neuer Pilgerleiter wurde Stefan Schenk vorgestellt.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner

Zum 40. Mal – Pilger aus Viechtach

Ein kleines Jubiläum konnten am 6. April die Fußwallfahrer aus Viechtach feiern: Zum 40. Mal pilgerte eine Gruppe aus dem niederbayerischen Luftkurort zur Gnadenmutter nach Altötting. Über 200 Gläubige meisterten unter der Regie von Pilgerleiter Hans Schötz an drei Tagen eine rund 150 km lange Strecke. Empfangen wurden sie am Kapellplatz von vielen Bekannten und Verwandten. Alles sei gut vonstatten gegangen, vermeldete Kapuzinerpater Ludwig Wöhrle, der die Pilger über den Kapellplatz ins Kirchenzelt neben der Basilika begleitet hatte. Ausdrücklich dankte er den Teilnehmern und v.a. den Organisatoren, die alljährlich eine „Mordsarbeit“ auf sich nähmen. Die Pilger ermutigte er dazu, sich regelmäßig mit dem Glauben auseinanderzusetzen: „Gott gibt uns die Kraft weiterzugehen, auch dann, wenn es schwierig wird“, sagte er. Mit einer hl. Messe beendeten die Viechtacher ihre „Jubiläumswallfahrt“.
Text und Fotos: Michael Glaß