Altöttinger Liebfrauenbote

Osterfeierlichkeiten in Rom und Altötting

Frischer Wind

Ein frischer Wind soll die Gläubigen der Welt erfassen, wenn sie an Ostern der Auferstehung des Herrn gedenken. An den frischen Wind, den das II. Vatikanische Konzil vor 50 Jahren auslöste, erinnerte Stadtpfarrer und Stiftspropst Prälat Günther Mandl in seiner Predigt in der Osternacht in Altötting und zitierte Papst Franziskus. Dass dieser frischen Wind in die Kirche bringt, zeigte der neue Pontifex ein weiteres Mal bei den Osterfeierlichkeiten in Rom.

Osterkerze im Altöttinger Kirchenzelt neben der St. Anna-Basilika, die derzeit renoviert wird.
Osterkerze im Altöttinger Kirchenzelt neben der St. Anna-Basilika, die derzeit renoviert wird.

Der frische Wind der Nachkonzilszeit und die Offenheit der Kirche habe in den vergangenen Jahren abgenommen, die Kirche habe sich wieder zunehmend nach innen gewandt und erstarre oft in Selbstmitleid, kritisierte Prälat Mandl in Altötting. Franziskus' Vorgänger Benedikt XVI. habe die Dokumente des II. Vatikanischen Konzils "authentisch interpretiert", Franziskus selbst habe es sich nun zur Aufgabe gemacht, die Kirche wieder zurückzuführen auf diesen "authentischen Weg", stellte er fest. "Wir müssen an die Ränder gehen, zu den Armen dieser Welt als Kirche der Armen für die Armen", sagte er in Anlehnung an Papst Franziskus.

Wie das aussehen kann: Erneut nutzte Franziskus das Osterfest dazu, sich vor allem viel Zeit für die Menschen auf dem Petersplatz zu nehmen. Weil er die Liturgie bewusst einfach hielt und darauf verzichtete die Segensformel "Urbi et orbi" in verschiedenen Sprachen zu sprechen, hatte er mehr Zeit, die Menschen persönlich zu grüßen. Seine Botschaft war einfach, klar und verständlich: "Liebe Brüder und Schwestern, Christus ist ein für allemal und für alle gestorben und auferstanden, aber die Kraft der Auferstehung, dieser Übergang von der Knechtschaft des Bösen zur Freiheit des Guten muss sich in jeder Zeit vollziehen, in den konkreten Räumen unseres Lebens, in unserem täglichen Leben", rief Papst Franziskus die Gläubigen in seiner Osterbotschaft auf, bevor er Frieden anmahnte: Franziskus nannte nachdrücklich die Krisenherde in Nahost und Afrika sowie ganz aktuell: die auf der koreanischen Halbinsel. Daneben nannte Franziskus als Friedensbedrohungen aber auch Egoismus und Profitgier und dabei insbesondere den Handel mit Menschen – dieser sei "wirklich die am weitesten verbreitete Sklaverei unseres Jahrhunderts".

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Ostern in Altötting – Impressionen

Das Wetter an Ostern war eher so, wie es eigentlich an Weihnachten erwartet wird...
Prälat Günther Mandl bei der Feier der Osternacht.
Ministranten im Altöttinger Pfarrverband.
Feuerweihe.
Die Männerschola der Kapellsingknaben sorgte für die musikalische Untermalung der Feierlichkeiten.
Die Kapuziner luden zur Osterfeier in das Kirchenzelt neben der Basilika.