Altöttinger Liebfrauenbote
Gruppenfoto der Pilgerleiter am Brunnen vor dem "Kultur + Kongress Forum Altötting.
Gruppenfoto der Pilgerleiter am Brunnen vor dem "Kultur + Kongress Forum Altötting".

Pilgerleitertagung in Altötting

„Im Glauben unterwegs“

„Im Glauben unterwegs“ – Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner hat auf der diesjährigen Pilgerleitertagung das Motto für das Wallfahrtsjahr 2013 bekanntgegeben. Unterwegs sind die Pilger nicht mehr nur in größeren Gruppen; der Trend zum Individualpilgern setzt sich fort, wie den Wallfahrtsberichten zu entnehmen war. Das „Pilgerziel“ jedenfalls rüstet sich für die Zukunft: Die Generalsanierung der St. Anna-Basilika sowie das neu entstehende „Kultur + Kongress Forum“ waren Themen der Tagung. Die Kapuziner bleiben als Seelsorger am Wallfahrtsort. „Natürlich bleiben wir in Altötting“, stellte der Provinzial der Deutschen Kapuzinerprovinz, P. Christophorus Goedereis klar.

Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner, im Hintergrund das Motto der Wallfahrtssaison 2013 "Im Glauben unterwegs".
Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner.

Über 50 Pilgerleiter kamen zur Tagung – sie besprachen das abgelaufene Wallfahrtsjahr, besichtigten das Gebäude des „Kultur + Kongress Forums“, waren zum Empfang im Rathaus geladen und nahmen am 100. Weihejubiläum der St. Anna-Basilika teil.

Die Pilgerleiter der großen und auch kleineren Wallfahrtsgruppen erfuhren das Wallfahrtsmotto für das kommende Jahr: „Kurz und bündig“ verweise es auf das „Jahr des Glaubens“, das erst dieser Tage Papst Benedikt XVI. für die Weltkirche ausgerufen hat, wie Prälat Limbrunner mitteilte. In einer Zeit der zunehmenden Säkularisierung will der Papst die Bedeutung des Glaubens betonen und Altötting schließt sich diesem Anliegen an: „Der Pilgerweg ist immer auch ein Glaubensweg“, erklärte Prälat Limbrunner.

Ein Glaubensweg, der nicht mehr nur auf traditionelle Weise begangen wird. Kapuzinerbruder P. Andreas Kaiser, kommissarischer Wallfahrtskustos, sprach in seinem Rückblick zwar von „einem ganz normalen Wallfahrtsjahr“, nach wie vor „kommen sehr viele Gruppen“, doch er stellte auch Veränderungen fest. Immer mehr Pilger kämen mit dem Rad, es gebe einen Trend zum Individualpilgern, vor allem das Bahnpilgern nehme ab. Manche Gruppen lösten sich auf, wie z.B. der Pilgerzug aus Mittelbaden, aber es gebe auch Gruppen, die seien „stark im Wachsen“ wie etwa die Köferinger Rad-Wallfahrt oder die jährliche Motorrad-Wallfahrt. Vor allem das Pilgern mit der Bahn sei nach der Umstrukturierung des Unternehmens in den vergangenen Jahren finanziell nicht mehr darstellbar, erklärte Herbert Bauer, Leiter des örtlichen Wallfahrts- und Verkehrsbüros. „Die Zeit der Sonderzüge ist vorbei!“

Auch Bauer wies darauf hin, dass sich immer mehr Pilger einzeln auf den Weg machten. Das Wallfahrts- und Verkehrsbüro hat auf diesen Trend mit Karten zu ausgeschilderten Pilgerwegen reagiert: Benedikt- und Jakobsweg gibt es mittlerweile schon länger, erst vor kurzem wurde der St. Rupertusweg nach Salzburg eingeweiht und die Planungen für einen St. Wolfgangweg laufen laut Bauer bereits. Doch auch für große Pilgergruppen rüstet sich die Stadt. Bauer nannte das gerade entstehende „Kultur + Kongress Forum“ einen „Meilenstein“, das Platz biete für bis zu 1.000 Personen. Der Kapellplatz sei „so schön wie lange nicht“, sagte Bauer mit Blick auf die sanierten Gebäude. Das Gebäude des Marienwerks, das gerade saniert wird, soll voraussichtlich im Sommer 2014 wieder zugänglich sein. Wenn dann im Frühjahr 2014 auch die Sanierung der Basilika vollzogen worden sei, dann werde der Besuch Altöttings „ein besonderes Erlebnis“ sein, so Bauer. Der Leiter des Wallfahrts- und Verkehrsbüros stellte jedoch auch fest, dass die Verweildauer am Wallfahrtsort immer kürzer werde – zu kurz, um z.B. die „Neue Schatzkammer –Haus Papst Benedikt XVI.“ oder das Panorama zu besichtigen. Auch Prälat Limbrunner sagte: „Ein Gnadenort lebt vom Verweilen. Das kommt leider zu kurz.“

Wichtig für die Pilger ist vor allem die Feier der Eucharistie; große Gruppen müssen im kommenden Jahr aufgrund der Basilikasanierung auf eine große „Zeltkirche“ im Garten des St. Konradklosters ausweichen, wie Kapuzinerbruder P. Georg Greimel, Rektor der St. Anna Basilika informierte. Auf dieses Großprojekt ging auch Provinzial P. Christophorus ein, er sprach von rund 7-10 Millionen Euro Kosten und bedankte sich für die bereits eingegangenen Spenden. Die Baulast liegt bei den Kapuzinern, die erneut ein klares Bekenntnis zu Altötting ablegten. Die demografische Entwicklung gehe auch an den Kapuzinern nicht vorbei, erklärte P. Christophorus. Die Kapuziner würden älter, doch die Deutsche Kapuzinerprovinz verzeichne auch jungen Nachwuchs. Zwar gebe es mittlerweile noch „wesentlich mehr Häuser und Aufgaben wie die junge Generation wird übernehmen können“, doch Altötting stehe „nicht zur Disposition“, stellte der Provinzial klar. „Wir Kapuziner gehen weiter den Weg hier mit Ihnen vor Ort.“

Text und Fotos: Michael Glaß

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Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner ehrt den langjährigen Pilgerleiter Xaver Brandstetter aus Freising mit einer Ehrennadel.
Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner ehrt den langjährigen Pilgerleiter Xaver Brandstetter aus Freising mit einer Ehrennadel.
Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner (r.) im Gespräch mit dem Provinzial der Deutschen Kapuzinerprovinz, P. Christophorus Goedereis.
Kapelladministrator Prälat Ludwig Limbrunner (r.) im Gespräch mit dem Provinzial der Deutschen Kapuzinerprovinz, P. Christophorus Goedereis.
Pilgerleiter bei der Tagung im Saal des Gasthauses "Hotel zur Post".
Pilgerleiter bei der Tagung im Saal des Gasthauses "Hotel zur Post".