Altöttinger Liebfrauenbote

Dioramenschau des Altöttinger Marienwerks für zwei Winter bei den Heilig-Kreuz-Schwestern untergebracht

Ein „Welttheater“ in der Scheune

Der Geschäftsführer des Altöttinger Marienwerks, Reinhard Ernst steht mit Abt Rhabanus Petri und dem Vorsitzenden des Marienwerks, Prälat Alois Furtner vor dem Gebäude des Altöttinger Marienwerks, das derzeit renoviert wird.
Der Geschäftsführer des Altöttinger Marienwerks, Reinhard Ernst, (von links) steht mit Abt Rhabanus Petri und dem Vorsitzenden des Marienwerks, Prälat Alois Furtner vor dem Gebäude des Altöttinger Marienwerks, das derzeit renoviert wird.

Von einem „Welttheater“ sprach der Kunsthistoriker Dr. Wilhelm Döderlein, als er am 31. März 1959 eine Festansprache zur Einweihung der Altöttinger Dioramenschau hielt – Döderlein war damals Hauptkonservator im Bayerischen Nationalmuseum in München. Rund 5.000 Figuren in historischen Kostümen vor naturnahen Landschaften und vor detailgetreuen Gebäuden – die 17 Großraumbilder und die fünf kleineren „Guckkästen“ vermitteln ein sehr lebendiges Bild der über 500-jährigen Altöttinger Wallfahrtsgeschichte. Stiftskapellmeister Ludwig Uttlinger, der Gründer des Altöttinger Marienwerks, hatte die Idee, bedeutsame Ereignisse und Persönlichkeiten aus der Altöttinger Wallfahrtsgeschichte plastisch darzustellen. Den Auftrag vergab er 1956 an den Bildhauer und Kunstmaler Reinhold Zellner. Erst im April 2009 feierte die „Schau“ ihr 50-jähriges Jubiläum. Seit 5. November aber stehen die Dioramen, dick in Holz eingehaust, in der frisch renovierten Scheune des Kreszentiaheims, damit die Generalsanierung des Gebäudes am Kapellplatz voll in Gang kommen kann. Dies berichtete der Alt-Neuöttinger Anzeiger (ANA) Anfang November.

Demnach wurden die Schaukästen „isoliert, mit Holzbalken stabilisiert und in dicke Spanbretter eingeschraubt“ und sorgfältig im Lager bei den Heilig-Kreuz-Schwestern in Altötting verstaut. „Das ist alles Maßarbeit“, zitierte der ANA Reinhard Ernst, Geschäftsführer des Altöttinger Marienwerks. Im Frühjahr 2014 soll laut Bericht die die Vollsanierung des Marienwerkgebäudes am Kapellplatz abgeschlossen sein. Dann wird auch die Dioramenschau, ein besonders wertvoller Altöttinger Kunstschatz wieder zu bewundern sein.

Text: red, Fotos: Roswitha Dorfner

Bilder der Dioramenschau

Bilder zur Dioramenschau. In Guckkästen werden Höhepunkte der Wallfahrt plastisch und malerisch dargestellt, im Bild das Aufblühen der Wallfahrt 1510 und Kurfürst Maximilian I. und Feldherr Tilly in der Gnadenkapelle.
Höhepunkte der über 500-jährigen Altöttinger Wallfahrtsgeschichte zeigen die Dioramen, die in den 1950er-Jahren der Künstler Reinhold Zellner schuf. Unser Bild zeigt das Aufblühen der Wallfahrt um 1510, im Hintergrund wird gerade die Stiftspfarrkirche fertiggestellt.
Kurfürst Maximilian I. und Feldherr Tilly beteten während des Dreißigjährigen Krieges in der Gnadenkapelle – Wallfahrten der beiden Marienverehrer nach Altötting sind historisch belegt, jedoch nicht, ob sie jemals gemeinsam am Gnadenort wearen.