Altöttinger Liebfrauenbote

Tobias Reiter und Michael Vogt zu Diakonen geweiht

Boten und Zeugen der Liebe Gottes

Der Apostolische Administrator des Bistums Passau, Bischof Wilhelm Schraml hat am Samstag, 27. Oktober in Altötting zwei Priesteramtskandidaten aus dem Passauer Priesterseminar St. Stephan – Tobias Reiter aus Ettling und Michael Vogt aus Emmerting – zu Diakonen geweiht. Im kommenden Jahr folgt dann die Priesterweihe.

Diakonenweihe in der Stiftspfarrkirche Altötting – die beiden Kandidaten liegen am Boden und bezeugen damit ihren Gehorsam.
Diakonenweihe in der Stiftspfarrkirche Altötting.

Die festlich geschmückte Stiftspfarrkirche St. Philippus und Jakobus, das würdig gestaltete Pontifikalamt mit der Schubertmesse (Kapellchor und -orchester unter Leitung von Max Brunner), der Einzug der Fahnenabordnungen und des kirchlichen Dienstes mit großer Ministranten- und Priesterschar bildeten einen würdigen Rahmen für den ehrwürdigen Tag der Weiheliturgie: Die beiden Priesteramtskandidaten legten in die Hände des Apostolischen Administrators, Bischof Wilhelm Schraml sowie vor Regens Franz Haringer, Subregens Hans Bauernfeind, dem Regensburger Subregens Anton Spreitzer, Spiritual P. Mirco Legawiec OSPPE und den anwesenden Gläubigen ihre Bereitschaft ab, das Amt des Diakons zu übernehmen – als „Boten und Zeugen der Liebe Christi“ zu dienen.

„Der Herr ist es, der kommt und Segen spendet in diese, unsere Zeit, in unsere Kirche mit Männern, die bereit sind, ihm ganz zu folgen, um die Gaben des Heils zu den Menschen zu bringen und auszuteilen“, betonte der Apostolische Administrator. Denn als Diakone dürfen sie segnen, taufen, Trauungen halten und das Wort Gottes auslegen. Mit der Weihe gehört ein Diakon dem Klerus an. „Herr sei du bei uns, mache die Kirche neu im Zeichen des Heiligen Geistes“, bat Bischof Schraml. Die Mitteilung des Heiligen Geistes – wenn die Glut der Liebe des göttlichen Herzens in die Herzen der Priesteramtskandidaten dringe – führe zu unauslöschbarer Tiefe: „Fürchte dich nicht, ich habe dich beim Namen gerufen!“, spreche der Herr. Der Anruf des dreieinigen Gottes mit seinem liebenden Herzen gelte als ganz persönliches Vermächtnis. Das kostbarste, was uns gläubigen Christen geschenkt wurde, „Gott selber hat uns in Jesus Christus sein menschliches Antlitz offenbart, in Jesus Christus blickt die Liebe des dreifaltigen Gottes in unser Herz.“ Menschen dieser Tage bräuchten keine Besserwisser und Gottesanbeter, so der Bischof. Gott erwähle Menschen mit seiner Gnadenfülle durch die Weihe als Diakone, Priester, Bischöfe als „Boten und Zeugen der Liebe“. Der Apostolische Administrator empfahl den Weihekandidaten für ihren weiteren Weg das Geschenk der großen Liebe Gottes froh und dankbar anzunehmen und den Menschen mitzuteilen. Die Diakone sollten „als Männer des Gebets zum Fundament für Kirche und Bistum“ werden. Evangelisierung bedeute: „Adsum, hier bin ich, Herr!“ Wie die Jünger Jesu sollten die Priesteramtskandidaten mit dem Geist der Innerlichkeit Gott verherrlichen, ihn in der Feier der hl. Eucharistie im Innern der Gläubigen entzünden lassen. So könnten sie zum Heil der Menschen werden.

Nach dem eigentlichen Weiheritus, dem Auflegen der Hände durch Bischof Wilhelm Schraml, wurden den Neudiakonen die liturgischen Gewänder, Stola und Dalmatika, angelegt und als sichtbares Zeichen das Evangelienbuch überreicht.

Nach dem feierlichen Pontifikalamt zog der kirchliche Dienst mit Regenschirmen geschützt – denn das Wetter zeigte sich am Festtag leider nicht von seiner besten Seite – hinüber zur Gnadenkapelle, um bei der Gnadenmutter Dank zu sagen. Dabei segnete der Apostolische Administrator die Kerzen der beiden neugeweihten Diakone – anschließend wurden sie am Gnadenaltar entzündet. Mit Altöttings Stadtpfarrer und Stiftspropst Prälat Günther Mandl feierten die beiden neugeweihten Diakone Tobias Reiter und Michael Vogt dann am Nachmittag in der Stiftspfarrkirche eine Dankandacht und beteten bei der Muttergottes in der Gnadenkapelle zum Abschluss um Schutz und Schirm, um Fürsprache bei ihrem Sohn.

Tobias Reiter aus Ettling (28), Pastoralpraktikant in Grafenau, hat nach seiner Ausbildung zum staatlich geprüften Sozialbetreuer Theologie studiert und an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz bei Wien als Magister theologiae abgeschlossen. Sein Wunsch, Priester zu werden geht bis in die Kindheit zurück. Auch Ministrantendienst und die Arbeit mit Menschen, besonders im Pflegebereich verstärkten seinen Wunsch, „Wegbegleiter der Menschen zu sein hin zu den Quellen des Heils“, das Evangelium den Menschen in der heutigen Zeit auszulegen und verständlich zu machen: „Mit den Weinenden weinen, mit den Fröhlichen fröhlich sein!“

Michael (Johann Patrick) Vogt aus Emmerting (25), Pastoralpraktikant im Pfarrverband Obernzell, studierte nach dem Abitur im Spätberufenenseminar St. Matthias, Wolfratshausen-Waldram Theologie an der Universität Regensburg sowie am St. Patrick’s College in Maynooth/Irland. Durch Ministrantendienst, Katholische Landjugend, Ministrantenwallfahrten nach Rom, Weltjugendtage in Köln, Sydney und Madrid hat er Kirche erlebt, gestaltet und so ist immer mehr der Wunsch zur Priesterberufung gereift. Sein Motto für den Dienst als Diakon: „Und jeder Mund bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes des Vaters.“ (Phil 2,11). Seit Oktober 2011 gehört er als Oblate der Benediktinerabtei Niederalteich an.

Text und Fotos: Roswitha Dorfner

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Impressionen von der Diakonenweihe in Altötting.