Altöttinger Liebfrauenbote

Papst Benedikt XVI. ernennt sechs neue Kardinäle

"Kirche aller Völker"

Papst Benedikt XVI. hat sechs neue Kardinäle ernannt. In seiner Ansprache während des öffentlichen ordentlichen Konsistoriums betonte er, "dass die Kirche eine Kirche aller Völker ist und sich deshalb in den unterschiedlichen Kulturen der verschiedenen Kontinente ausdrückt".

In einer feierlichen Zeremonie im Petersdom nahm Benedikt XVI. die neuen Kardinäle auf, im Einzelnen erhielten der langjährige Präfekt des Päpstlichen Hauses, der US-amerikanische Erzbischof James Michael Harvey, Luis Antonio Tagle, Erzbischof der philippinischen Hauptstadt Manila, John Olorunfemi Onaiyekan, Erzbischof von Abuja in Nigeria, Rubén Salazar Gómez, Erzbischof der kolumbianischen Hauptstadt Bogota, der maronitische Patriarch Béchara Pierre Raï und der syromalankarische Großerzbischof Baselios Cleemis Thottunkal aus Indien die Kardinalsinsignien.

Zum zweiten Mal in 2012 versammelte der Papst das Konsistorium, um neue Kardinäle zu berufen. Auffallend war, dass dieses Mal kein einziger Italiener und kein einziger Europäer unter den Würdenträgern ist.

Benedikt XVI. betonte in seiner Ansprache den "universalen, weltumfassenden", sprich: "katholischen" Charakter der Kirche: "Jesus sendet außerdem seine Kirche nicht zu einer Gruppe, sondern an die Menschheit im Ganzen", betonte er und zitierte die Dogmatische Konstitution Lumen gentium zum Zweiten Vatikanischen Konzil: "Zum neuen Gottesvolk werden alle Menschen gerufen. Darum muss dieses Volk eines und ein einziges bleiben und sich über die ganze Welt und durch alle Zeiten hin ausbreiten. So soll sich das Ziel des Willens Gottes erfüllen." Der Hl. Vater resümierte: "Auf der Linie und aus der Perspektive der Einheit und der Universalität der Kirche ist auch das Kardinalskollegium zu sehen: Es weist eine Vielfalt von Gesichtern auf, weil es das Gesicht der universalen Kirche zum Ausdruck bringt. Ganz besonders durch dieses Konsistorium möchte ich hervorheben, dass die Kirche eine Kirche aller Völker ist und sich deshalb in den unterschiedlichen Kulturen der verschiedenen Kontinente ausdrückt. Es ist die Kirche von Pfingsten, die in der Polyphonie der Stimmen einen einzigen harmonischen Gesang zum lebendigen Gott aufsteigen lässt."

Text: Michael Glaß