Altöttinger Liebfrauenbote

Innenrenovierung der St. Anna-Basilika: Gerüst soll bis Weihnachten stehen – P. Georg: „Voll im Zeitplan“

Im Einsatz für die „alte Dame“

Es wird gewerkelt, getüftelt, gereinigt, gemalt - viele Handwerker sind im Einsatz für eine "alte Dame", um die sich die Kapuziner in Altötting derzeit ganz besonders kümmern: Die St. Anna-Basilika, erst im Oktober 100 Jahre alt geworden, wird generalsaniert und seit Mitte Oktober sind die Arbeiten zur Innenrenovierung voll im Gang. Der "Bote" hat mal kurz vorbeigeschaut.

Mesner Br. Vinzenz Müller, MC-Präses P. Georg Greimel und Rektor der Basilika, P. Andreas Kaiser stehen vor dem Baugerüst in der Basilika.
Mesner Br. Vinzenz Müller (v.l.), MC-Präses P. Georg Greimel und Rektor der Basilika, P. Andreas Kaiser vor dem Baugerüst.

Es ist ein Riesenprojekt, das die Kapuziner hier schultern. Riesig sind vor allem die Ausmaße der „Päpstlichen Basilika“, die rund 8.000 Gläubige fassen kann: über 80 m lang, fast 30 m breit und im Inneren über 20 m hoch. Derzeit wird gerade das Baugerüst aufgebaut, bis Weihnachten soll es endgültig stehen, wie Kapuzinerpater Br. Georg Greimel informiert. Danach sind die Maler am Zuge, die Decke zu reinigen und frisch zu weißeln; Chor- und Hauptorgel sollen eingehaust werden, um sie vor Feinstaub zu schützen. Am Boden wird schon fleißig gearbeitet: Elektriker verlegen gerade neue Leitungen, Bilder werden gereinigt, gesichert und gelagert, Installateure bauen neue Heizkörper ein – ein Teil sei schon angebracht, ab Weihnachten sollen sie dann betriebsbereit sein, wie P. Georg mitteilt. Doch das ist erst der Anfang.

Über ein Jahr werden die Arbeiten wohl dauern, P. Georg nennt die wesentlichen Maßnahmen: „Die gesamte Elektroinstallation wird neu verlegt“, sagt er. Das Konzept soll moderner werden. Auf dem Programm steht auch ein neues Lichtkonzept mit „mehr Leuchtkraft“: Die Säulen an der Seite und das Gewölbe im Altarraum sollen besser beleuchtet werden. Die 100 Jahre alten Kirchenbänke seien zum Teil marode, in Absprache mit dem Denkmalamt suchen die Kapuziner gerade nach Lösungen. Nicht zuletzt kümmern sich die Kapuziner auch um die ganz menschlichen Bedürfnisse der Gottesdienstbesucher. Außerhalb der Kirche am Ausgang zum Klostergarten entsteht gerade eine neue Toilettenanlage. Den Status Quo der Arbeiten beurteilt P. Georg optimistisch: „Wir sind voll im Zeitplan“, sagt er auf Nachfrage.

Noch Patenschaften für einzelne Objekte zu vergeben

Bild von der der Toilettenanlage, die neu errichtet wird.
Bauarbeiten an der Toilettenanlage, die neu errichtet wird.

Insgesamt sieben bis zehn Millionen Euro wird die gesamte Sanierung wohl kosten, allein das Baugerüst verschlinge schon eine Viertel Million Euro, erzählt P. Georg. Fast eine Million Euro an Spenden sind bereits eingegangen, wie der Spendenbarometer auf der eigens für die Basilikasanierung eingerichteten Website www.basilika-altoetting.de informiert – knapp 270.000 Euro kamen über die Marianische Männerkongregation (MC) zusammen. „Das sind alles Spenden von einfachen Leuten – so wie vor 100 Jahren beim Bau der Basilika“, erzählt P. Georg sichtlich beeindruckt; ausdrücklich bedankt er sich bei den Spendern. Darüber hinaus wurden bereits viele Patenschaften für die Sanierung einzelner Objekte übernommen. Einige sind aber noch zu vergeben; darunter Figuren an der Hauptfassade und in der Schmerzhaften Kapelle, Strahlenkränze, neue Eichenholzjoche für die beiden Glocken und auch Heizkörper sind laut P. Georg noch frei.

Genauere Informationen zu Patenschaften und Renovierungsarbeiten bieten auch Stellwände im Eingangsbereich der Basilika. Nach wie vor können Besucher die Kirche über den linken Seiteneingang betreten und in diesem „Inforaum“ auch einen kleinen Blick auf die Arbeiten werfen – soweit es die Arbeiten zulassen, soll der Eingangsbereich offen bleiben.

Natürlich kümmern sich die Kapuziner auch um das Wesentliche für die vielen Wallfahrer, die nächstes Jahr im Frühjahr wieder nach Altötting kommen werden. Für sie steht dann ein Zelt im Klostergarten bereit, wo sie die hl. Eucharistie feiern können. Bis zum MC-Frühjahrshauptfest am 10. März 2013 soll das 50 mal 20 Meter große Zelt stehen, versichert P. Georg – es bietet Platz für 2.000 Personen, davon 700 Sitzplätze.

Ab Ostern 2014 wird die „alte Dame“ St. Anna wieder ihre Türen für die zahlreichen Pilger öffnen – frisch renoviert und hell erleuchtet.

Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner

Bildergalerie

Zum Vergrößern auf ein Bild klicken

Bilder von der Baustelle in der Basilika.
Heiligenfiguren warten auf ihre Restauration.
Br. Vinzenz blickt durch die Schutzfolien hindurch.
Links im Bild: Bauleiter Manfred Schwaiger.
Blick auf den Hochaltar.
Heizung, Elektrik und Beleuchtung werden erneuert.