Altöttinger Liebfrauenbote
Einzug kranker und behinderter Pilger bei der alljährlichen Wallfahrt der Malteser zum Gnadenort. Viele kranke und behinderte Menschen tragen ihre Sorgen und Nöte zu Unserer Lieben Frau von Altötting.
Einzug kranker und behinderter Pilger bei der alljährlichen Wallfahrt der Malteser zum Gnadenort. Viele kranke und behinderte Menschen tragen ihre Sorgen und Nöte zu Unserer Lieben Frau von Altötting.

Papstbotschaft zum 21. Internationalen Krankentag in Altötting

Papstbotschaft an Kranke: „Flieht nicht vor dem Leid“

Schwache und kranke Menschen liebevoll und hochherzig annehmen. Das sei ein besonders entscheidendes Moment für die Kirche. Dies schreibt Papst Benedikt XVI. in seiner Botschaft zum 21. Welttag der Kranken in Altötting, die am Dienstag, 9. Januar in Rom veröffentlicht wurde. In dem Text unter dem Motto „Geh und handle genauso“ dankt der Papst allen, die in der Krankenseelsorge tätig sind. Der Gedenktag wird am 11. Februar im Marienwallfahrtsort Altötting feierlich begangen.

„Nicht die Vermeidung des Leidens, nicht die Flucht vor dem Leiden heilt den Menschen, sondern die Fähigkeit, das Leiden anzunehmen und in ihm zu reifen, in ihm Sinn zu finden durch die Vereinigung mit Christus, der mit unendlicher Liebe gelitten hat“, schreibt der Papst.
Benedikt XVI. geht in seiner Botschaft auch auf das Jahr des Glaubens ein: Es sei eine günstige Gelegenheit, den Dienst der Nächstenliebe in den kirchlichen Gemeinden und Gemeinschaften zu intensivieren. So könne jeder dem anderen an seiner Seite ein barmherziger Samariter sein. In diesem Zusammenhang erinnert der Papst an einige der vielen Gestalten in der Geschichte der Kirche, die den Kranken geholfen haben. Hier nennt er unter anderen die selige Teresa von Kalkutta und die heilige Anna Schäffer von Mindelstetten.

In seiner diesjährigen Botschaft zum Welttag der Kranken, der am liturgischen Gedenktag Unserer Lieben Frau von Lourdes begangen wird, geht Papst Benedikt besonders auf die Gestalt des Barmherzigen Samariters im Lukasevangelium ein. Das Gleichnis füge sich in eine Reihe von Bildern und Erzählungen aus dem Alltagsleben, mit denen Jesus die tiefe Liebe Gottes für jeden Menschen verständlich machen wolle. Dies gelte besonders für alle, die krank seien und Schmerzen litten, so Benedikt XVI. Mit den abschließenden Worten des Gleichnisses vom Barmherzigen Samariter: „Geh und handle genauso“ (Lk 10,37), zeige der Herr zugleich, welche Haltung jeder seiner Jünger gegenüber den anderen einnehmen müsse, besonders wenn sie der Pflege bedürfen: „Es geht also darum, durch eine intensive Beziehung zu Gott im Gebet aus seiner unendlichen Liebe die Kraft zu schöpfen, wie der Barmherzige Samariter dem, der körperlich und seelisch verletzt ist oder um Hilfe bittet, sei er auch unbekannt und mittellos, täglich mit konkreter Aufmerksamkeit zu begegnen“, so der Papst wörtlich.

Dies gelte nicht nur für die in der Seelsorge und im Krankendienst Tätigen, sondern für alle, auch für den Kranken selbst, der seine Lage in einer Perspektive des Glaubens leben könne. Der Welttag der Kranken sei ein Moment des Gebetes, des Miteinanders, der Aufopferung des Leidens für das Wohl der Kirche und des Aufrufs an alle, im Angesicht des kranken Mitmenschen das heilige Antlitz Christi zu erkennen, der durch sein Leiden und Sterben und durch seine Auferstehung das Heil der Menschheit erwirkt habe.

Bischöfe aus Europa kommen nach Altötting – Patriarch von Jerusalem terminlich verhindert

Mit dem Präsident des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankenhaus, Erzbischof Zygmunt Zimowski, kommen etwa zehn weitere Bischöfe aus Europa. Beim Festgottesdienst zelebrieren Erzbischof Zimowski,  der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, der Erzbischof von München-Freising, Kardinal Reinhard Marx, sowie der Apostolische Administrator des Bistums Passau, Bischof Wilhelm Schraml. Fouad Twal, der Lateinische Patriarch von Jerusalem, kann aus Termingründen allerdings nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen, wie das Patriarchat nach entsprechenden Meldungen mitgeteilt hat. 2016 soll der weltweite Gedenktag in Nazareth und Jerusalem stattfinden. Dies als besonderes Zeichen gegenüber dem Heiligen Land, wie Erzbischof Zygmunt angekündigt hat.

Papst Benedikt XVI. hatte für 2013 Altötting persönlich vorgeschlagen. Bischof Schraml bezeichnete es als „große Auszeichnung für den Wallfahrtsort Altötting“. Am Krankentag gedenkt die katholische Kirche weltweit der Leidenden, Alten und Behinderten sowie all jener Personen, die sich in Kliniken, Heimen und Einrichtungen um Kranke sorgen. Der Gedenktag steht nach dem biblischen Text vom barmherzigen Samariter unter dem Leitwort „Geh und handle genauso“.

Die Feierlichkeiten in Altötting

Bereits am Sonntag, 10. Februar, findet in der Altöttinger Stiftskirche um 18 Uhr eine „Marianische Vesper“  statt. Die Predigt hält Bischof Wilhelm Schraml. Es schließt sich eine Lichterprozession zur Gnadenkapelle und zur Anbetungskapelle an.

Der Termin für die zentrale und liturgische Hauptfeier ist am Montag, 11. Februar, dem katholischen Gedenktag „Unserer Lieben Frau in Lourdes“. Die liturgische Hauptfeier des XXI. Internationalen Krankentages findet ebenfalls in der Altöttinger Stiftskirche statt. Das Pontifikalamt mit Erzbischof Zygmunt Zimowski, Kardinal Reinhard Marx, Bischof Wilhelm Schraml und den Bischöfen aus Europa, die in den nationalen Bischofskonferenzen für die Krankenseelsorge verantwortlich sind, beginnt um 10 Uhr. Dabei wird Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset das Grußwort von Papst Benedikt XVI. verlesen. Beim Gottesdienst wird auch das Sakrament der Krankensalbung gespendet.

Am Nachmittag will die vatikanische Delegation das Papst-Geburtshaus in Marktl besichtigen. Erzbischof Zimowski wird zusammen mit Bischof Schraml in der Kreisklinik Altötting Kranke besuchen und segnen.

Der Feier in Altötting geht eine wissenschaftliche Konferenz an der  Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt voraus. Diese dauert von Donnerstag, 7. bis Freitag, 8., Februar. Am Samstag, 9. Februar, findet in der St. Michael-Kirche in München, um 10 Uhr, ein Krankengottesdienst mit Erzbischof Zimowski und Kardinal Marx statt. Siehe dazu www.welttag-der-kranken.de.

Text: iop, Foto: Roswitha Dorfner